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Herr Kaim, bei den üblichen Indexfonds (ETF) auf den breiten Weltaktienmarkt spielen die USA eine wichtige, um nicht zu sagen die dominante Rolle. Wer in einen solchen ETF investiert, dessen Geld fließt zu 60 bis 70 Prozent in nordamerikanische Firmen, wobei auf die Informationstechnologie mehr als ein Fünftel entfällt. Kann man da von einer echten Streuung der Anlagen sprechen?
Deutschlands unabhängige Vermögensverwalter sind händeringend auf der Suche nach neuen Mitarbeitern. Sie reagieren damit auf den regen Zuspruch unter anderem von neuen Kunden. Das hat eine aktuelle, repräsentative Untersuchung der Technischen Hochschule Aschaffenburg unter knapp 150 Unternehmen ergeben.
Seit einigen Monaten befinden sich die Aktienmärkte in den USA und in Europa in einem Abwärtstrend, eine Entwicklung, die jeder erfahrene Anleger kennt und die demzufolge auch als Teil der Normalität des Kapitalmarkts gilt. Schwache Aktienmärkte bieten durchaus Chancen, und es kommt darauf an, diese zu nutzen. Hier ist entscheidend, die abträglichen Einflussfaktoren korrekt zu analysieren.
Die Goldene Regel beim Investieren heißt Streuung. Daher empfehlen Verbraucherschützer: Einfach einen weltweit anlegenden Indexfonds (ETF) kaufen – das war‘s! So beteiligen sich Anleger mit nur einem Wertpapier an Hunderten, wenn nicht Tausenden von Firmen. Das stimmt zwar, ist aber nicht die volle Wahrheit. Denn die allermeisten Aktien-ETF streuen wegen der Index-Konstruktion bei Weitem nicht so breit, wie die große Mehrheit der Anleger glaubt. Doch für das Problem gibt es passende Lösungen.
Bis zum Ende des zurückliegenden Jahres war die Anlegerwelt noch in Ordnung. Doch mit dem Jahreswechsel schlug die Stimmung aufgrund immer stärker werdender Inflationssorgen um. Der DAX verlor bis Mitte September rund 18%. Ähnlich ging es an den Börsen in Europa und Amerika zu, die ebenfalls rund 17% nachgaben. Corona hat den Aktienanlegern weltweit bereits im Jahr 2020 schlaflose Nächte bereitet. Die explodierende Inflation und der seit dem 24. Februar eskalierte Konflikt in der Ukraine drohen auch das laufende Jahr zu einem Verlustjahr für Aktienanleger werden zu lassen.
Die derzeit deutlich überdurchschnittliche Inflation könnte uns noch längere Zeit begleiten. Diese Inflationsrate kann nicht über Zinspapiere aufgefangen werden. Dividendenpapiere sind, waren und bleiben dagegen eine sehr gute Ergänzung zu Anleihen-Investments.
Aufgrund der Kursbewegungen am Kapitalmarkt verschiebt sich die Gewichtung zwischen und innerhalb der Anlageklassen laufend. Mit der Folge, dass das Portfolio nicht mehr zum Risikoprofil des Anlegers passt. Deshalb sollte man sein Portfolio immer mal wieder ins Gleichgewicht bringen.
Viele Jahre kannten die Kapitalmarktzinsen praktisch nur eine Richtung: Nach unten. Die plötzliche Erhöhung der Inflationsraten sorgte für die Trendwende. Aktive Rentenfonds mit kürzeren Laufzeiten sind wieder eine Alternative. Wer noch in längeren Papieren investiert ist, sollte über ein Umschichten nachdenken.
Nachhaltig anlegen ist beliebt. Leider verkaufen große ETF-Anbieter oft alten Wein in neuen Schläuchen – und viele Anleger schlucken ihn im guten Glauben. Doch wirklich nachhaltige Indizes erzielen nachweislich bessere Ergebnisse als ESG-Produkte von der Stange. Wer diese Top-Indizes zudem mit klugem Risikomanagement kombiniert, hat auf Dauer beste Aussichten auf überdurchschnittliche Erträge – und ruhige Nächte.