Investieren im Ruhestand: So vermeiden Sie die 5 häufigsten Fehler
Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.
- Fehler Nr. 1: Zu konservative Anlagestrategien
- Fehler Nr. 2: Mangelnde Diversifikation im Portfolio
- Fehler Nr. 3: Fehlender Entnahmeplan für den Ruhestand
- Fehler Nr. 4: Unterschätzung der Lebenshaltungskosten im Ruhestand
- Fehler Nr. 5: Notwendigkeit von Notfallreserven im Ruhestand
- Interview: „Viele Paare unterschätzen das Risiko einseitiger Finanzverantwortung“
Der Ruhestand ist für viele Menschen eine Zeit, in der sie sich ihrer finanziellen Sicherheit bewusstwerden und überlegen, wie sie ihre Ersparnisse am besten einsetzen. Dabei gibt es eine Reihe von Fallstricken. Denn viele Menschen bewegen sich bei der Planung ihrer Altersvorsorge oft in einer Komfortzone und riskieren dadurch langfristig Rendite einbüßen.
Fehler Nr. 1: Zu konservative Anlagestrategien
Ein weit verbreiteter Fehler ist die zu konservative Anlagestrategie, bei der lediglich auf Tagesgeld oder Bargeld gesetzt wird. „Um auf Nummer sicher zu gehen, hätten viele am liebsten einen großen Topf voll Geld im Schrank, aus dem dann jeden Monat eine Summe genommen wird“, weiß Oliver Jungmann von der Hoppe Vermögensbetreuung, aus Menden aus seiner Beraterpraxis. Doch wer sich allein auf sichere Anlagen verlasse, verliere durch die Inflation schleichend sein Vermögen, warnt Roland Schmack von Meine Werte aus Münster. Im Ruhestand gehöre daher ein moderater Aktienanteil ins Portfolio.
Doch auch hier werden viele Anleger mit zunehmendem Alter immer ängstlicher. Das bestätigt Maik Bolsmann, Geschäftsführer der B&K Vermögen in Köln. „Die Regel vom Börsen-Altmeister Andre Kostolany ‚100 minus Lebensalter = Aktienquote‘ hat unserer Ansicht nach nicht mehr Bestand.“ Anleger sollten vielmehr einen höheren Aktienanteil im Portfolio berücksichtigen, um Kaufkrafterhalt und Wachstum zu sichern.
Fehler Nr. 2: Mangelnde Diversifikation im Portfolio
Mehr Aktien bedeute dabei nicht unbedingt mehr Risiko. „Diversifikation ist King“, betont Bolsmann. Ein breit gestreutes Portfolio über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Gold und Bargeld sowie die Verteilung auf mehrere Regionen könne das Risiko deutlich reduzieren und das Vermögen stabilisieren.
Fehler Nr. 3: Fehlender Entnahmeplan für den Ruhestand
Ein strukturierter Entnahmeplan, bei dem jeden Monat ein Teil des angelegten Geldes die Rente aufbessert oder Extrawünsche erlaubt, ist ebenfalls wichtig. Dabei sollte vor allem die Lebenserwartung realistisch kalkuliert werden. „Planen Sie konservativ bis zum 95. oder 100. Lebensjahr“, rät Schmack. Denn wer zu viel entnehme, stehe mit 85 vor dem Nichts. Wer zu wenig nutze, verzichte unnötig auf Lebensqualität. Ein realistischer Entnahmeplan sei etwa die sogenannte 4-Prozent-Regel. Sie geht davon aus, dass man jährlich etwa vier Prozent aus seinem Altersvorsorgeportfolio entnehmen kann, ohne dass das Kapital innerhalb von 30 Jahren aufgebraucht ist.
Fehler Nr. 4: Unterschätzung der Lebenshaltungskosten im Ruhestand
Dazu gehöre aber, dass man seine Ausgaben im Alter kenne. „Die wenigsten unserer Kunden kennen ihre Lebenshaltungskosten“, beobachtet Bolsmann. Zumal manche Ausgaben vor allem in den ersten Ruhestandsjahren, etwa für Reisen oder Freizeit im Ruhestand oft eher steigen, statt zu sinken. Auch sollte man einen Puffer für Preissteigerungen einplanen.
Auch Carmen Bandt von der Kidron Vermögensverwaltung in Stuttgart sieht die Wurzel vieler Probleme in einem fehlenden Überblick über Einnahmen und Ausgaben. So gelte es erstmal festzustellen, welcher Teil der Ausgaben aus festen, regelmäßigen Zahlungen wie Renten oder Mieteinnahmen abgedeckt werden kann. Daraus ergebe sich eine Deckungslücke, die mit den Anlagen aufgefüllt werden könne. „Durch einen solchen Finanzplan wird aufgedeckt, welche Teile des Geldvermögens längerfristig nicht benötigt werden“, erklärt Bandt. Dieses Geld könne dann in schwankungsintensiveren Anlagen mit einer deutlich höheren Renditeerwartung angelegt werden. „Da dieser Finanzplan fehlt, bleibt der Anleger, meist aus Angst, das Geld zu benötigen, in kurzfristigen Anlagen stecken“, so Bandt weiter.
Dabei sollte die Inflation nicht vergessen werden, warnt Jungmann. „Bei einem Ruheständler, der eine monatliche Lücke von 750 Euro hat, wird bei konstanter Inflation von 2 Prozent nach 10 Jahren eine Lücke von etwa 900 Euro und nach 20 Jahren von etwa 1.100 Euro“, rechnet er vor. Um die Kaufkraft zu erhalten, müssten die Zahlung des Entnahmeplans angepasst werden.
Fehler Nr. 5: Notwendigkeit von Notfallreserven im Ruhestand
Ein weiterer häufiger Fehler ist, die Kosten für eine mögliche Pflege zu unterschätzen. Diese könnten im Monat schnell bei deutlich über 2.000 Euro liegen, mahnt Jungmann. „Diese Summe kann häufig nicht aus der Altersrente aufgebracht werden, so dass dann das Vermögen dafür genutzt werden muss.“ Bei einer durchschnittlichen Dauer eines Pflegefalls von rund acht Jahren summierten sich die Kosten schnell auf über 200.000 Euro. Eine private Pflegezusatzversicherung oder gezielte Rücklagenbildung könnten aber helfen, diese finanziellen Belastungen abzufedern.
Zu guter Letzt sollten Anleger über einen ausreichenden Notgroschen verfügen, um unerwartete Ausgaben zu bewältigen. Ein Puffer von drei bis sechs Monatsausgaben auf einem Tagesgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds kann sinnvoll sein, um Ruhe zu haben und flexibel zu bleiben.
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Interview: „Viele Paare unterschätzen das Risiko einseitiger Finanzverantwortung“
Michael Craatz, Relationship Manager bei der Hansen & Heinrich AG, Frankfurt am Main im Gespräch mit V-CHECK.
Michael Craatz: Viele Paare kümmern sich über Jahre nach dem gleichen Muster um ihre Finanzen: Eine Person übernimmt alles, die andere hält Abstand. Das fühlt sich im Alltag oft praktisch an, ist aber ein erhebliches Risiko. Wird diese Person pflegebedürftig oder verstirbt, kann der bislang nicht eingebundene Partner schnell überfordert sein. Dann müssen Entscheidungen unter Zeitdruck getroffen werden, häufig in einer emotional belastenden Situation.
Craatz: Häufig fehlt der Überblick. Viele wissen nicht, welche Konten existieren, welche Verträge laufen oder wie Geld angelegt wurde. Dazu kommen laufende Verpflichtungen wie Versicherungen, Kredite oder Lastschriften. In solchen Momenten steigt der Stress, und Fehlentscheidungen sind fast vorprogrammiert.
Craatz: Der wichtigste Schritt ist, beide Partner frühzeitig in finanzielle Themen einzubeziehen. Jeder sollte wissen, welche Vermögenswerte existieren und wie diese organisiert sind. Eine gemeinsame Übersicht über Konten, Depots und Verträge schafft Sicherheit. Neben der gemeinsamen Vermögensübersicht braucht es klare Zugriffsrechte: Vollmachten, Bankunterlagen, Zugangsdaten und Informationen zu Ansprechpartnern. Diese Grundlagen sorgen dafür, dass der Partner im Notfall sofort handeln kann.
Craatz: Eine zentrale digitale Übersicht ist enorm hilfreich. Sie bietet an einem Ort Informationen zu Vermögenswerten, Verträgen und Ansprechpartnern. Eine solche strukturierte und jederzeit zugängliche Dokumentation erleichtert es, sich schnell einen Überblick zu verschaffen und handlungsfähig zu bleiben. Wichtig ist, dass die Informationen aktuell sind und regelmäßig gepflegt werden.
Craatz: Sehr sinnvoll. Eine neutrale Begleitung hilft, Struktur in komplexe Finanzlagen zu bringen. Wenn im Ernstfall Entscheidungen anstehen, ist es entlastend, jemanden an der Seite zu haben, der die Lage kennt und fachlich unterstützt. Viele Angehörige sind emotional gebunden und gleichzeitig organisatorisch gefordert. Externe Unterstützung nimmt Druck aus der Situation und führt oft zu besseren Ergebnissen.
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