
Vermögensverwalter am Telefon: Clever vorsorgen und im Alter richtig anlegen - Teil 1
Beantwortet wurden diese durch die Telefonaktion der Badischen Zeitung in Kooperation mit unabhängigen südbadischen Vermögensverwaltern. In diesem Beitrag beantwortet Christoph Heckel von der Freiburger Vermögensmanagement GmbH Fragen zum Thema Altersvorsorge und Geldanlage in der Rente.

Christoph Heckel, Freiburger Vermögensmanagement GmbH
„Grundsätzlich ist es ratsam, mit steigendem Alter eher Schwankungsrisiken zu vermeiden, wenn das investierte Geld benötigt werden könnte.”
Inhalt:
Altersvorsorge
Ich habe eine Riester-Rente von Union Investment und eine Betriebsrente von Wüstenrot. Beide Produkte bringen seit Jahren keine Rendite. Während Corona war man in Aktien und während des Russland-Kriegs in Renten übergewichtet. Irgendwie stimmt das Timing bei beiden Produkten nicht. Was sollte man mit diesen Altersvorsorgeprodukten tun?
Christoph Heckel: Auf die einzelnen Produkte können wir in diesem Rahmen nicht eingehen. Im ersten Schritt sollten Sie prüfen, ob Sie bei den bestehenden Verträgen überhaupt vorzeitig drankommen oder ob es bei der Betriebsrente alternative Produkte gibt.
Ich bin 65 Jahre alt und erhalte keine staatliche Rente. Stattdessen habe ich mein Erspartes in Immobilien, Gold und ETFs investiert. Ich gehe jetzt in Rente und habe das geerbte Einfamilienhaus meiner Eltern verkauft. Ich habe rund 400.000 €, die ich sicher anlegen möchte – auch als Teil meiner Altersvorsorge für die kommenden Jahre oder möglicherweise Jahrzehnte. Die Mieteinnahmen allein reichen für meine Rente nicht aus. Mein erspartes Kapital werde ich also langsam aufzehren müssen. Wie sollte ich das derzeit nicht benötigte Geld vorerst sicher und zugleich gewinnbringend anlegen?
Heckel: Hier macht eine Aufteilung Sinn: Ein Teil in Tagesgeld, eine Summe mittelfristig in festverzinsliche Anlageformen und der erst spätere benötigte Betrag könnte in Mischfonds fließen. Wenn Sie auch bereit sind. Schwankungen auszuhalten, könnte auch ein Teil in Aktienfonds angelegt werden, die langfristig noch bessere Renditechancen bieten.
Ich bin Jahrgang 1959, habe mein Leben lang gearbeitet und bin alleinerziehende Mutter zweier erwachsener Töchter. Ab 2026 werde ich eine deutlich zu niedrige Rente von etwa 900 € erhalten. Vor Kurzem habe ich eine Wohnung geerbt, in der ich selbst lebe und die einen Wert von schätzungsweise 200.000 bis 250.000 € hat. Außerdem verfüge ich über ein Vermögen von rund 100.000 €, das derzeit auf einem Tagesgeldkonto liegt. Wie kann ich meine Zukunft so gestalten, dass mein Kapital mir zum Leben reicht und nicht nach und nach an Wert verliert? Da mein finanzieller Spielraum begrenzt ist und ich bald in Rente gehe, kann ich mir weder hohe Risiken noch spekulative Anlagen leisten.
Heckel: Einen Teil ganz flexibel auf dem Tagesgeldkonto zu haben, ist sicher sinnvoll. Daneben könnten Sie auch etwas länger festverzinslich anlegen, um mehr Rendite zu erzielen. Wenn Sie bereit sind auch ein gewisses Schwankungsrisiko einzugehen, wären auch Mischfonds für eine Teil Ihres Ersparten eine gute Option.
Meine Frage an Sie lautet, wie ich die Beträge aus mehreren Lebensversicherungen anlegen soll, die in diesem und in den kommenden drei Jahren ausgezahlt werden. Ich bin 62 Jahre alt und gehe im nächsten Jahr mit Abschlägen in Rente. Da ich selbstständig war, habe ich nur wenig in die gesetzliche Rente eingezahlt, sodass die Lebensversicherungen den wesentlichen Teil meiner Altersversorgung darstellen. Sollte ich, wie mein Vater, 92 Jahre alt werden, dann reichen die Beiträge der Lebensversicherungen nicht aus. Daher sollte sich das Geld mit der Zeit vermehren. Vielleicht haben Sie einen Tipp, wie ich in der aktuellen Lage vorgehen sollte. Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten ist es schwierig, verlässliche Renditen zu erzielen. Physisches Gold besitze ich bereits, ebenso den ETF “MSCI World”.
Heckel: Mit diesen beiden Anlagen, haben Sie schonmal einen guten Grundstock. Wenn Trump so weitermacht, gibt es vielleicht in drei Jahren, wenn Ihre Lebensversicherung fällig wird, attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Dies sollten Sie sich nochmal kurz vor Auszahlung der Lebensversicherung genau durchdenken und gegebenenfalls Beratung einholen.
Ich gehe in einem Monat in Rente. Von einer Schweizer Pensionskasse stehen mir neben verschiedenen Renten 300.000 CHF in bar zu. Wie sollte man dieses Geld am besten anlegen, wenn gleichzeitig eine Verwertung mit einem Zeithorizont von 20 Jahren vorgesehen ist?
Heckel: Aufgrund der Höhe des Betrags, wäre eine breite Aufteilung des Vermögens anzuraten. Eine Mischung aus Tagesgeldanlegen, festverzinslichen Wertpapieren, defensiv bis ausgewogenen Mischfonds und einen kleineren Teil in Aktien und Gold. Das würde eine gute Balance aus Flexibilität, Stabilität und Chancen bringen.
Hallo zusammen, ich habe 100.000 € auf einem Tagesgeldkonto angelegt, kann jeden Monat noch 1.000 € sparen und werde noch 18 Monate bis zu meinem Ruhestand arbeiten. Danach sieht es finanziell eher bescheiden aus. Ich bin verheiratet, meine Frau erhält eine Rente von etwa 700 € und ich werde rund 1.400 € beziehen. Sollte ich an meiner Geldanlage etwas ändern. Für Ihren Vorschlag wäre ich dankbar.
Heckel: Wenn Sie auf dem Tagesgeldkonto eine Reserve behalten, die Ihnen die nächsten fünf Jahre ausreicht, könnten Sie das darüber hinausgehende mit etwas mehr Renditechance anlegen. Zum Beispiel in festverzinsliche Wertpapiere, defensive Mischfonds oder Renten-ETFs mit kurzen Restlaufzeiten.
Ich möchte für meine Rente gerne etwas zusätzlich tun, bin auf diesem Gebiet jedoch noch unerfahren. Ich höre immer wieder von ETFs, in die man investieren kann. Würde sich eine Anlage für mich lohnen. Ich bin ledig, 30 Jahre alt, habe ein mittleres Einkommen und könnte beispielsweise 50 € monatlich einzahlen. Eine einmalige Zahlung in Höhe von 4.000 bis 5.000 € wäre ebenfalls möglich. Gibt es Angebote oder Anbieter, die Sie empfehlen können. Ich habe bereits bei Check24 und bei meiner Hausbank nachgeschaut.
Heckel: Mit ETFs lassen sich sehr viele verschiedene Anlagen vergleichsweise günstig und breit gestreut abbilden, zum Beispiel Aktien oder Anleihen. In Ihrem Alter und noch mit ein paar Jahrzehnten Abstand zur Rente, bietet erfahrungsgemäß der Aktienmarkt gute Chancen und die dort immer möglichen Schwankungen fallen auf lange Sicht nicht so stark ins Gewicht. Gerade bei einer regelmäßigen monatlichen Einzahlung kommt noch ein zusätzliches Momentum dazu, der Cost-Average-Effekt, der ebenfalls helfen kann, Kurschwankungen ein Stück weit auszugleichen. Kurz gesagt, sie kaufen mit so einem Sparplan mehr Anteile, wenn die Kurse unten sind und weniger, wenn sie hoch sind, das wirkt stabilisierend auf die Wertentwicklung. Statt einem bestimmten Anbieter oder ein bestimmtes Produkt zu nennen, würde ich Ihnen eher empfehlen, sich Gedanken über eine gute Struktur zu machen. Achten Sie zum Beispiel auf eine möglichst breite Verteilung auf verschiedene Regionen, Währungsräume und Branchen Ihrer Investments, um Einzelrisiken zu diversifizieren. Danach können Sie sich die dazu passenden besten ETFs suchen. Zusätzlich sollten Sie Ihre Vermögenstruktur insgesamt so gestalten, dass Sie stets eine flexible finanzielle Reserve für unvorhergesehene Ausgaben haben, damit dann nicht doch zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft werden muss.
Ich bin 55 Jahre alt und verfüge derzeit über ein Geldvermögen von rund 300.000 €, das ich im Ruhestand zur Aufstockung meiner Altersbezüge einsetzen möchte. In fünf Jahren kann ich die voraussichtliche Restschuld von 90.000 € für eine Eigentumswohnung ablösen. Zudem plane ich, in den nächsten fünf bis zehn Jahren eine altersgerechte Wohnung zu erwerben. Derzeit habe ich den genannten Betrag als Festgeld und in Tagesgeld-Sonderangeboten angelegt und erziele dadurch eine Bruttoverzinsung von 3,1 Prozent – Tendenz fallend. Zu welchen Alternativen bei der Geldanlage raten Sie mir. Kommen beispielsweise ETFs bei einer Anlagedauer von etwa zehn Jahren überhaupt in Betracht.
Heckel: Bundesanleihen oder Renten-ETFs mit mittleren Laufzeiten, die Ihnen das aktuelle Zinsniveau noch etwas sichern, wären eine Alternative. ETFs auf Aktien wären für Ihre Anforderungen eher etwas als Beimischung, wenn Sie die möglichen Schwankungen aushalten können.
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Eine gesicherte Altersvorsorge ist wichtig, um den Ruhestand finanziell sorgenfrei zu genießen. Im V-CHECK Webinar erfahren Sie, welche staatlichen Maßnahmen zur Rentensicherung es gibt, wie die Förderungen für private Altersvorsorge aussehen und welche Strategien zum Vermögensaufbau sowie zur sicheren Geldanlage im Ruhestand es gibt.
Geldanlage in der Rente
Ich bin 67 Jahre alt, alleinstehend und habe eine Rente, die genauso hoch ist wie meine Miete. Deshalb muss ich lebenslang arbeiten. In den letzten Jahren konnte ich 50.000 € ansparen. Immer wenn 10.000 € erreicht waren, habe ich das Geld in die jeweils günstigste Festgeldanlage mit einer Laufzeit von zwölf Monaten bei einer Bank investiert. So darf ich nach fünfmal einem Jahr immer erneut entscheiden, was ich mit den etwas vermehrten 10.000 € tun will. Sollte ich unter den veränderten politischen Verhältnissen bei dieser Methode bleiben?
Heckel: Wenn Sie auf das Geld angewiesen sind, um eventuelle Sonderausgaben bestreiten zu können, könnten Sie das auch anders aufteilen, um noch flexibler zu sein. Zum Beispiel etwas auf einem Tagesgeldkonto, an das sie jederzeit drankommen. Einen anderen Teil in dem gewohnten festverzinslichen Rahmen von 12 Monaten und dazu eine zum Beispiel auf 24 oder 36 Monate gebundene Summe, um noch den einen oder andere Prozentpunkt mehr zu bekommen.
Ich habe aus einer Fondsanlage 100.000 Euro ausgezahlt bekommen. Eigentlich war der Plan, das Geld in Aktienfonds zu investieren und monatlich einen Auszahlungsbetrag von 400 Euro für meine Rente zu entnehmen. Ich bin 65 Jahre alt und habe daher keine Zeit abzuwarten, bis sich der Markt irgendwann wieder erholt oder stabiler ist. Aufgrund der schlechten und ungewissen Zeiten weiß ich nicht, ob dies noch eine gute Idee ist. Was würden Sie mir raten?
Heckel: Alternativ zu einem Auszahlplan aus einem Aktienfonds, könnten Sie hier als Basis auch einen Rentenfonds oder einen defensiven Mischfonds wählen. Dann hätten Sie Ihr Anlagziel erreicht und müssten mit weniger Schwankungen leben.
Ich bin 86 Jahre alt und meine Ehefrau ist 75. Sie besitzt eine bezahlte Eigentumswohnung, an der ich ein Nießbrauchrecht habe. Ihre monatliche Rente beträgt rund 1.100 €, zusätzlich überweise ich ihr 1.250 € Wirtschaftsgeld. Mein eigenes Einkommen ist ausreichend. Gemeinsam verfügen wir über Investments von etwa 225.000 €. Aus einem Immobilienverkauf habe ich nun 320.000 € zur Verfügung, die wir anlegen möchten. Nach meinem Ableben soll meine Ehefrau die Hälfte des Vermögens erhalten, die andere Hälfte geht an meine beiden Söhne. Gold oder andere Edelmetalle besitzen wir nicht. Welche Anlageform würden Sie uns empfehlen?
Heckel: In Ihrem Alter hängt das stark davon ab, ob Sie das Geld aus dem Immobilienverkauf noch selbst ausgeben wollen oder hier schon vorrangig Ihre Finanznachfolgeplanung im Blick haben. Der Lebensabend von Ihnen und Ihrer Frau scheint finanziell bereits gut abgesichert zu sein. Grundsätzlich halten wir einen Gold- und Edelmetallanteil von bis zu 10 Prozent des Gesamtvermögenshöhe für eine gute Idee. Eventuell könnte es auch eine Option sein, den für Ihre Kinder vorgesehen Anteil mit langfristiger Perspektive breit gestreut am Aktienmarkt zu platzieren. Kennen Sie zusätzlich die Möglichkeit des Nießbrauchs auch für Aktiendepots? Das könnte Ihrer Familie noch weitere Vorteile bringen.
Mein Mann und ich, beide Rentner im Alter von 70 Jahren, haben die Hälfte unserer Ersparnisse in vier Aktienfonds bei Union Investment investiert (UniImmo Deutschland, UniNachhaltig Aktien Global, UniSektor High Tech A und UniNordamerika). Ist es ein unkalkulierbares Risiko, in diesen unsicheren Zeiten und in unserem Alter, unser Geld so anzulegen? Ich denke, das ist bestimmt ein Thema, das Senioren brennend interessiert.
Heckel: Grundsätzlich ist es ratsam, mit steigendem Alter eher Schwankungsrisiken zu vermeiden, wenn das investierte Geld benötigt werden könnte. Da sie aber nur die Hälfte Ihrer Ersparnisse in Aktienfonds investiert haben und der Rest wahrscheinlich flexibel verfügbar ist, kann es auch mit 70 Jahren durchaus Sinn machen, noch die langfristigen Chancen am Aktienmarkt für sich zu nutzen. Die Aufteilung auf verschiedene Märkte ist zu befürworten. Ob das genau die von Ihnen gewählte sein sollten, ist letztlich Geschmackssache. Wir äußern uns in diesem Rahmen nicht zu einzelnen Produkten. Aber es wäre grundsätzlich interessant, sich einmal anzusehen, wie stark unter dem Strich Ihre Konzentration zum Beispiel auf US-Werte ist und ob es sinnvoll sein könnte, sich hier noch etwas globaler aufzustellen, um Einzelrisiken in einer Region zu verringern.
Macht es in unserem Alter von 64 und 70 Jahren Sinn, den Aktienanteil unseres Depots deutlich zu reduzieren, beispielsweise auf 25 Prozent, und stattdessen in Anleihen oder Festgeld umzuschichten? Außerdem fragen wir uns, ob der ETF auf den MSCI World, der einen hohen Anteil amerikanischer Titel enthält, angesichts der aktuellen Situation in den USA in alternative ETFs gewechselt werden sollte. Können Tages- oder Festgeldangebote über „Weltsparen“ als sicher angesehen werden und eine Alternative zu gängigen Hausbanken wie Sparkassen oder Volksbanken sein.
Heckel: Ein Anteil von 25 Prozent Aktieninvestments in einem Portfolio ist in Ihrem Alter grundsätzlich nicht zu hoch, insbesondere wenn Sie eine gewisse Reserve an schnell verfügbarem Geld haben. Die US-Gewichtung kann man durchaus kritisch sehen, aber sollte die Weltwirtschaft aufgrund der Trump-Politik in eine Rezession steuern, werden auch Aktienanlagen aus anderen Regionen leiden. Eine Alternative zu den Festgeldangeboten könnten auch ETFs auf festverzinsliche Wertpapiere sein.
Ich bin seit zwei Jahren im Ruhestand und verfüge zusammen mit meiner Frau über eine auskömmliche Rente. Wir leben in gesicherten Verhältnissen, haben keine Schulden und haben im Laufe unseres Berufslebens einige Rücklagen erwirtschaftet, die wir derzeit zum Teil auf einem fest verzinsten Festgeldkonto mit 3 % Zinsen und zum anderen Teil auf einem Tagesgeldkonto angelegt haben. Kürzlich habe ich eine Versicherungssumme in Höhe von 10.000 € ausgezahlt bekommen und möchte dieses Geld gewinnbringend anlegen, um später eine eventuell notwendige Pflege mitfinanzieren zu können. Derzeit benötigen wir dieses Geld nicht. Die Zinsen auf einem Festgeldkonto sind aber zurzeit nicht attraktiv, sodass ich überlege, dieses Geld in einem Aktienfonds oder einem ETF anzulegen. Wir sind zwar nicht besonders risikofreudig, aber in den Medien hört und liest man immer wieder, dass diese Fonds auch einigermaßen sicher sind, wenn man einige Jahre Geduld hat. Da ich sehr umweltbewusst und sozial eingestellt bin, würde ich gerne in einen nachhaltigen Fonds investieren, der ethisch-ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Außerdem möchte ich nicht in amerikanische Aktien investieren, solange die politischen Verhältnisse dort so sind, wie sie zurzeit sind. Ich dachte daher an einen europäischen Fonds. Ist das in diesen unsicheren Zeiten zu empfehlen, oder gibt es andere Möglichkeiten?
Heckel: Grundsätzlich sollte bei einem Investment in Aktienfonds und ETFs auf Aktien aufgrund der möglichen Schwankungen ein mittel- bis langfristigen Anlagehorizont anvisiert werden. Mit anderen Worten heißt das, wenn sie das Geld erst in fünf und noch besser zehn oder mehr Jahren brauchen, dann können Sie auch mal eine längere Schwächephase am Markt aussitzen. Dann ist die Anlageklassen Aktie am Ende meist eine gute Idee, aufgrund der höheren Renditechance. Nach Ihrer Schilderung kommen Sie finanziell gut im Ruhestand klar und haben auch noch andere, kurzfristig verfügbare Reserven. Dann ist das eine echte Option für Sie und es gibt eine Vielzahl von ETFs mit denen sie ausschließlich in europäische Werte investieren. Zusätzlich selektieren viele Anbieter nach Nachhaltigkeitskriterien, das erkennen Sie an Bezeichnungen wie ESG oder dem (noch etwas strengeren) SRI.
Meine Frau ist 56 Jahre alt und ich bin 65 Jahre alt und bereits im Ruhestand. Wir haben derzeit auf dem Festgeldkonto der VOBA einen knapp sechsstelligen Betrag liegen. Davon möchte ich ca. 30.000 bis 40.000 € anlegen. In Aktienfonds möchte ich das Geld nicht investieren, da mir der Anlagehorizont zu lang ist. Außerdem haben wir Fonds bei der VOBA und bei einem anderen Institut, von denen wir im Moment noch drei besparen. Welche Möglichkeiten habe ich, wenn das Geld für etwa fünf Jahre oder weniger angelegt werden soll?
Heckel: Festverzinsliche, Renten-ETFs oder defensiv bis ausgewogene Mischfonds sind hier Optionen. Was hier für Sie persönlich am besten in Ihrer bisherigen Struktur passt, müsste man sich genauer ansehen.
Ich bin über 70 Jahre alt und habe drei Millionen Euro auf verschiedene Banken verteilt. Die Zinsgarantie läuft bald ab. Wie soll ich das Geld danach anlegen.
Heckel: Bei einem größeren Vermögen macht es immer Sinn, es auf mehrere unterschiedliche Säulen zu verteilen, wie sie es schon durch die Wahl von drei unterschiedlichen Banken angefangen haben. Abhängig von Ihrem Anlagehorizont und Ihrer persönlichen Risikoneigung, wäre es unter Renditegesichtspunkten eine attraktive Option, einen Teil Ihres Vermögens nicht nur in festverzinsliche Anlageformen, sondern auch am Aktienmarkt zu positionieren. Auch hier könnten Sie auf unterschiedliche Strategien setzen, wie das genau verteilt wird, etwa durch ein Multimanageransatz, bei dem parallel verschiedene Investmentstile genutzt werden.
Meine 91-jährige Mutter hat einen größeren Geldbetrag auf ihrem Konto. Welche Anlageform wird angesichts ihres Alters empfohlen? Ein Zugriff auf das Geld für eine möglicherweise plötzlich notwendige Pflege muss gewährleistet sein.
Heckel: Das kommt auf die Höhe des Geldbetrags an, den Sie für eine plötzliche Pflegesituation einkalkulieren. Wenn Sie hier auf einem Tagesgeldkonto eine Reserve für zwei bis drei Jahre aufbauen, könnten darüber hinausgehende Summen mittelfristig angelegt werden. Beispielsweise in Bundesanleihen oder Renten-ETFs.
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