Klumpenrisiko vermeiden: Tipps für clevere Anleihe-Investments
Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Klumpenrisiko bei Staatsanleihen-ETFs: Das unterschätzte Risiko für Anleger
Frankreich ist in der Krise und doch in vielen Staatsanleihen-ETFs die größte Position. Der Grund liegt in der Indexlogik: Je höher die Schulden eines Landes, desto stärker sein Gewicht im ETF. Für Anleger kann das zum Problem werden, denn sie investieren damit automatisch am stärksten in die größten Schuldner und nicht unbedingt in die solidesten Emittenten. Das führt zu einer Übergewichtung von Ländern mit teils fragwürdiger Bonität. „Ende 2024 belief sich der französische Bruttoschuldenstand auf rund 3,3 Billionen Euro und entsprach damit 25 Prozent der gesamten Staatsschulden im Euroraum.“, erklärt Oliver Jungmann von der Hoppe Vermögensbetreuung in Menden. Frankreichs Anteil am Bruttoinlandsprodukt des Euroraums liegt dagegen nur bei 16 Prozent.
Aktive Rentenfonds und Diversifikation als Schutz vor Klumpenrisiken
„Wer sich dieses Klumpenrisikos bewusst ist oder es sich bewusst macht, ist schon den ersten wesentlichen Schritt gegangen“, sagt Sven Langenhan von HRK Lunis aus München. Der nächste Schritt sei, solche ETFs gar nicht erst zu kaufen. „Bei mir kommen ausschließlich aktive Rentenfonds zum Einsatz“, sagt Andreas Görler von Wellinvest- Pruschke & Kalm aus Berlin. Er bevorzugt Laufzeitfonds mit europäischen Unternehmensanleihen, etwa von Anaxis oder Carmignac.
Langenhan sieht ebenfalls Vorteile: „Mit aktivem Management kann man sich auf die richtige Seite stellen und darüber erhebliche Mehrwerte generieren.“ Aktives Laufzeiten- und Emittentenmanagement sowie die Teilnahme an lukrativen Neuemissionen könnten passive ETFs nicht bieten.
Anleger sollten sich nicht nervös machen lassen, aber gegensteuern, meint Michael Wittek von der Albrecht, Kitta & Co. Vermögensverwaltung & Family Office aus Hamburg. „Privatanleger können dem entgegenwirken, indem sie bewusst streuen: also verschiedene ETF-Strategien kombinieren, etwa Staats- und Unternehmensanleihen mischen, unterschiedliche Regionen abdecken und auf unterschiedliche Laufzeiten setzen“, rät Wittek. Er favorisiert eine Kombination aus ETFs und aktiv gemanagten Anleihefonds. „Aktive Rentenfonds können gezielt das Klumpenrisiko steuern – etwa durch Bonitätseinschränkungen und flexible Laufzeitsteuerung“, erklärt er.
Alternative Anleihe-Strategien: Gleichgewichtung, Nachhaltigkeit und Bonität
Karsten Müller vom Wertehaus in München empfiehlt auch, alternative Indexkonstruktionen zu nutzen: „Es gibt inzwischen Anleihe-ETFs, die gleichgewichtet, nach BIP, Nachhaltigkeitskriterien oder Bonitätskennziffern gewichten, statt nach Schuldenhöhe“, erklärt Müller.
Jungmann nennt eine weitere Alternative: „Aktuell setzen wir auf variabel verzinsliche Anleihen und auf Staatsanleihen aus dem Bereich der Emerging Markets.“ Diese Länder hätten oft niedrigere Schuldenquoten und höhere Wachstumsraten als europäische Staaten. Zudem böten Schwellenländeranleihen meist höhere Zinssätze als Anleihen europäischer Staaten. Als Satelliteninvestment könnten sie zur Diversifikation beitragen – vorausgesetzt, die Währungsrisiken würden abgesichert.
Ein Beispiel sei der BayernInvest Renten Europa-Fonds (ISIN DE000A0ETKT9). „Im BayernInvest Renten Europa machen französische Staatsanleihen derzeit nur rund 11 Prozent aus – also weniger als die Hälfte dessen, was ein ETF enthalten würde“, so Jungmann.
V-CHECK Video: Anleihen einfach erklärt – Risiken besser erkennen und steuern
In Zeiten globaler Unsicherheit suchen Anleger nach Stabilität. Anleihen gelten als konservativ, wertbeständig und bringen Sicherheit ins Depot, doch die Auswahl ist komplex. Duration, Zinsänderungsrisiko, Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, Währungen und High-Yield-Bonds entscheiden darüber, ob das Portfolio stabil bleibt oder ins Wanken gerät. Wer die Mechanismen versteht, kann sein Vermögen langfristig robuster und renditestärker aufstellen.
Die Anlage in Wertpapieren ist auch immer mit Risiken verbunden. Anleger sollten sich vor Abschluss einer Investition über die einschlägigen Risiken informieren. Nähere Informationen zu möglichen Risiken finden Sie unter: https://www.v-check.de/risikohinweise