Die Wahrheit hinter dem Boom der aktiven ETFs
In der Welt der Geldanlage gibt es derzeit einen Trend, der Anleger und Vermögensverwalter gleichermaßen beschäftigt: Aktive ETFs. Während die Fondsindustrie diese als moderne Lösung preist, sind Experten skeptisch. Studien zeigen, dass viele aktive ETFs langfristig hinter ihrer Benchmark zurückbleiben.
Für Ortay Gelen, Vermögensverwalter bei der AXIA Asset Management in Dortmund, sind aktive ETFs oft mehr ein Rettungsanker für die Fondsindustrie als eine Revolution für den Anleger. Denn die klassischen aktiven Fonds mit ihren hohen Gebühren lassen sich kaum noch verkaufen. „Aktive ETFs sind der Versuch der Asset Manager, ihre aktiven Strategien in ein moderneres, günstigeres Gewand zu kleiden, um überhaupt noch relevante Zuflüsse zu generieren“, sagt Gelen.
Doch nicht alles glänzt, was ETF heißt: „Viele Anleger kaufen aktive ETFs in der falschen Hoffnung, die Sicherheit eines ETFs mit der Outperformance eines Hedgefonds zu kombinieren“, weiß Gelen. „Oft kaufen sie jedoch nur das Risiko menschlicher Fehlentscheidungen zu einem höheren Preis ein, als es bei einem MSCI World-ETF der Fall wäre“, mahnt der Experte.
Mehr Informationen über aktive ETFs finden Sie im folgenden Beitrag:
Aktive ETFs verbinden die Flexibilität klassischer Indexfonds mit den Chancen aktiver Strategien. Doch ob sie halten, was sie versprechen, ist umstritten. Experten sehen Potenzial und gleichzeitig Risiken und offene Fragen. Für Anleger gilt: Prüfen statt blind vertrauen.
Die Herausforderung für die Anleger besteht darin, die Spreu vom Weizen zu trennen. „Einige Produkte haben unter den Top-10-Positionen sämtliche Werte der sogenannten Magischen 7 ohne, dass man einen entsprechenden Hinweis bekommt. Man erkennt da nicht so ohne weiteres den aktiven Ansatz“, bemerkt Andreas Görler, Senior Wealth Manager bei Wellinvest Pruschke & Kalm in Berlin. Oft bestehe die Aktivität des Managements nur darin Kaufoptionen auf Aktien oder Aktienindizes zu verkaufen, um durch die damit verbundenen Dividenden und Optionsprämien einen Ertrag zu erzielen.
ETF-Experte Daniel Kanzler von Gerd Kommer Invest: Dividenden-ETFs verständlich erklärt
Dividenden-ETFs wirken auf den ersten Blick attraktiv – denn sie versprechen regelmäßig hohe Ausschüttungen. Doch was steckt wirklich dahinter – und wo liegen die Grenzen? Sind sie auch für Anfänger geeignet, oder verbergen sich Nachteile hinter dem Konzept?
Daniel Kanzler, Head of Investment bei Gerd Kommer Invest, gibt praktische Tipps im Umgang mit Dividenden-ETFs und erklärt, worauf Einsteiger achten sollten.
Aufgezeichnet auf dem V-Bank Vermögenstag am 27.06.2025.
Ein Beispiel ist der JPM Global Equity Premium Income ETF (ISIN: IE0003UVYC20). Dieser werde oft als „eierlegende Wollmilchsau“ verkauft, erklärt Gelen. Doch durch den Verkauf von Call-Optionen werde das Gewinnpotenzial nach oben begrenzt. Damit hinke der ETF in starken Bullenmärkten dem breiten Markt hinterher. „Anleger zahlen hier mit massiven Opportunitätskosten für ihre monatliche Ausschüttung“, findet Gelen.
Ein weiterer Aspekt der aktiven ETFs ist das Transparenz-Dilemma. In Europa müssen ETFs ihre Bestände täglich offenlegen. Das ist zwar gut für Anleger, birgt aber Risiken für Fondsmanager, da Hedgefonds die Strategien des ETFs antizipieren und im Vorfeld handeln können. Ein guter aktiver ETF müsse daher groß und liquide genug sein, um diesem Problem zu begegnen. Zudem bestehe die Gefahr, dass ein aktiver Manager – oft unbemerkt – seinen Anlagestil ändern kann, wenn die Performance nicht stimmt. „Plötzlich hält ein konservativer Dividenden-ETF volatile Tech-Aktien. Anleger kaufen hier eine Black Box mit Manager-Risiko“, warnt Gelen.

eBook: Erfolgreich investieren mit ETFs
Exchange Traded Funds (ETFs) haben in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte an den Kapitalmärkten geschrieben. Experten sagen: ETFs sind kostengünstig, transparent und ermöglichen bereits mit kleinen Beträgen eine breite Streuung über viele Märkte und Anlageklassen hinweg. Doch bei mehr als 2.400 ETFs allein in Deutschland stehen Einsteiger oft vor der Frage: Wo anfangen, worauf achten und wie eine passende Strategie entwickeln?
Dieses eBook basiert auf einem Webinar des unabhängigen Vermögensverwalters und ETF-Experten Daniel Kanzler von Gerd Kommer Invest und wurde mit KI-Unterstützung erstellt. Es führt Sie Schritt für Schritt in die Grundlagen von ETFs ein, erklärt leicht verständlich ihre Funktionsweise und zeigt, worauf es bei der Auswahl ankommt.
Der entscheidende Unterschied zwischen aktiven und passiven ETFs ist daher die Wette auf das Können des Managers. Während passive ETFs die Marktrendite akzeptieren und fast nichts kosten, hoffen Anleger bei aktiven ETFs, dass ein Manager schlauer ist als der Markt. Die Wissenschaft zeigt jedoch, dass diese Wette in den meisten Fällen langfristig verloren geht.
Fünf Irrtümer über aktive Aktien-ETFs
- Revolution für Anleger: Oft sind aktive ETFs kein „Gamechanger“, sondern ein Rettungsanker für die Fondsindustrie. Sie sollen sinkende Margen klassischer Fonds kompensieren.
- Der „Free-Lunch“-Irrtum: Anleger hoffen auf ETF-Diversifikation und Hedgefonds-Performance. Tatsächlich kaufen sie oft nur teure Fehlentscheidungen.
- Aktive ETFs übertreffen die Benchmark langfristig: Studien weisen darauf hin, dass die meisten aktiven ETFs ähnlich wie Fonds langfristig hinter ihrer Benchmark zurückbleiben.
- Die Closet-Indexing-Gefahr: Viele aktive ETFs verlangen 0,4 Prozent Gebühren, weichen aber kaum vom Index ab. Prüfen Sie den “Active Share”. Ist dieser unter 60 bis 70 Prozent, ist der ETF sein Geld meist nicht wert.
- Aktive ETFs sind illiquide oder steuerlich nachteilig: Das ist ein Mythos. Auch bei aktiven Strategien bleiben viele ETFs steuerlich effizient. Die Liquidität ergibt sich aus dem zugrunde liegenden Portfolio und nicht primär aus den Handelsvolumina des ETF selbst.
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Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.
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Aktive ETFs erleben einen Boom, doch die vermeintlichen Vorteile für Anleger sind oft trügerisch. Experten warnen vor versteckten Risiken und Opportunitätskosten. Anleger sollten bei der Auswahl genau hinschauen.
Aktive ETFs verbinden die Flexibilität klassischer Indexfonds mit den Chancen aktiver Strategien. Doch ob sie halten, was sie versprechen, ist umstritten. Experten sehen Potenzial und gleichzeitig Risiken und offene Fragen. Für Anleger gilt: Prüfen statt blind vertrauen.
Eine erfolgreiche Geldanlage erfordert eine kluge Strategie, die sich flexibel an die unterschiedlichen Lebensphasen anpasst. Durch den Einsatz von ETFs können Anleger sowohl den Vermögensaufbau als auch den Kapitalerhalt optimal gestalten und gezielt Risiken steuern.