Erfolgreich investieren wie die großen Fonds

Erfolgreich investieren wie die großen Fonds


Viele Privatanleger kaufen, wenn die Kurse hoch sind, und verkaufen in Krisen. Große Staatsfonds gehen anders vor. Sie setzen auf feste Regeln, breite Streuung und Geduld. Daraus lassen sich wichtige Lehren für den langfristigen Vermögensaufbau ziehen, sagen Vermögensverwalter.

Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.

Wenn die Börsen schwanken, zeigt sich der größte Unterschied zwischen Privatanlegern und Staatsfonds. Viele Menschen reagieren auf Schlagzeilen und Gefühle. Große Staatsfonds folgen hingegen einem festen Plan. Genau darin sehen Vermögensverwalter die wichtigste Lehre für den privaten Vermögensaufbau.

Als Vorbild dient vor allem der norwegische Staatsfonds. Der Government Pension Fund Global zählt zu den größten Anlegern der Welt. Sein Erfolg beruht nach Ansicht der Experten weniger auf spektakulären Entscheidungen als auf Disziplin und klaren Regeln. „Beeindruckend daran ist weniger die Rendite als die Langeweile: breit gestreut, öffentlich nachlesbar, Kosten im Bereich von Bruchteilen eines Prozents“, bringt es Michael Wittek von der Hamburger Albrecht, Kitta & Co. auf den Punkt.

Langfristig Denken entscheidet

Für Privatanleger ist damit bereits die wichtigste Botschaft verbunden. Erfolgreiches Investieren entsteht nicht durch ständiges Umschichten oder die Suche nach dem nächsten Börsenstar. Entscheidend sind langfristiges Denken, eine breite Streuung und niedrige Kosten.

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist die Aktienquote. Ortay Gelen von AXIA Asset Management aus Dortmund sieht hier die entscheidende Quelle für langfristige Erträge. Der norwegische Staatsfonds hält mehr als 70 Prozent seines Vermögens in Aktien und kann Schwankungen über lange Zeiträume aussitzen. Auch Privatanleger verfügen grundsätzlich über diesen Vorteil, nutzen ihn aber nach seiner Einschätzung oft nicht konsequent genug.

„Die Aktienquote ist der Renditemotor, sie folgt aber der Aufgabe und nicht der Marktmeinung“, erklärt Wittek. Für Anleger bedeutet das, die Aufteilung des Vermögens an den eigenen Zielen auszurichten und nicht an der aktuellen Börsenstimmung, auch wenn breit gestreute Aktienanlagen zwischenzeitlich deutlichen Wertschwankungen unterliegen können.

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Diversifikation gilt als einer der wichtigsten Grundsätze beim Vermögensaufbau. Doch eine aktuelle Studie stellt eine provokante These in den Raum: Wer das unternehmensspezifische Risiko nahezu ausschalten will, benötigt möglicherweise rund 200 Einzelaktien im Depot.

Antworten von Robert Halver, Leiter Kapitalmarkt-Analyse bei der Baader Bank AG, im Interview mit Andreas Franik

Feste Regeln beachten

Mindestens ebenso wichtig sind feste Regeln. Der norwegische Fonds arbeitet mit klaren Vorgaben für die Aktienquote und schichtet regelmäßig zurück, wenn sich die ursprünglichen Gewichtungen verschieben. Dadurch kauft der Fonds nach Kursrückgängen automatisch nach und nimmt nach starken Anstiegen Gewinne mit.

„Erfolgsentscheidend ist die Governance, der Rest folgt daraus“, sagt Wittek. Hinter dem Begriff verbirgt sich vor allem ein einfaches Prinzip: Entscheidungen sollen nicht von Emotionen abhängen. Für Privatanleger lässt sich das durch feste Quoten und regelmäßiges Ausgleichen des Depots umsetzen.

Auch Andreas Görler von Pruschke & Kalm in Berlin sieht in diesem Ansatz einen wichtigen Erfolgsfaktor. „In der Regel geht es um breite Diversifikation, längere Analyse von Fundamentaldaten, wenig Emotionalität und längere Investitionszyklen, so Görler. Wer sein Vermögen auf verschiedene Regionen und Anlageklassen verteile, reduziere Risiken und vermeide die Abhängigkeit von einzelnen Titeln.

Emotional handeln ist der größte Fehler

Privatanleger können jedoch nicht alles von Staatsfonds übernehmen. Deren Anlagehorizont ist oft praktisch unbegrenzt. Einzelne Anleger müssen dagegen Geld für den Ruhestand, den Immobilienkauf oder andere Lebensereignisse bereithalten. Gelen weist darauf hin, dass ein Staatsfonds Verluste über Jahrzehnte aussitzen könne. Für einen Anleger kurz vor dem Ruhestand gelte das nur eingeschränkt. Zudem verfügen Staatsfonds über Zugänge zu Anlageformen wie großen Infrastrukturprojekten oder Beteiligungen, die Privatanlegern meist verschlossen bleiben.

Die Grundprinzipien bleiben dennoch dieselben. Breite Streuung, eine ausreichend hohe Aktienquote, niedrige Kosten und ein langer Anlagehorizont gehören nach Ansicht der Vermögensverwalter zu den wichtigsten Bausteinen.

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Die entscheidende Regel formuliert Gelen in einem Satz: „Zeit im Markt schlägt Timing des Marktes“. Wittek ergänzt: „Leg die Regel fest, bevor du sie brauchst.“ Wer langfristig investiere, breit streue und sich auch in turbulenten Marktphasen an zuvor festgelegte Regeln halte, erhöhe die Chancen auf Erfolg.

Der größte Fehler bleibt nach Ansicht aller Experten das Handeln aus dem Bauch heraus. Wer nach starken Kursanstiegen einsteigt und in Krisen verkauft, verschlechtert seine langfristigen Chancen. Staatsfonds zeigen seit Jahrzehnten einen anderen Weg. Sie vertrauen auf Regeln statt auf Gefühle. Genau das können Privatanleger von ihnen übernehmen.

Experten Interview: Was Privatanleger von Staatsfonds lernen können

Staatsfonds gelten als die Königsdisziplin der langfristigen Geldanlage. Ob Norwegens Ölfonds oder Singapurs Staatsfonds: Sie investieren weltweit, denken in Jahrzehnten und folgen klaren Regeln statt kurzfristigen Markttrends. Doch welche Erfolgsprinzipien stecken hinter ihrer Strategie, und was können deutsche Privatanleger davon lernen? Darüber spricht Nicolas Pilz von der Societas Vermögensverwaltung in Düsseldorf.

Nicolas Pilz

“Vermögen entsteht nicht durch ständiges Umschichten, sondern durch Geduld und Disziplin.”

Nicolas Pilz: Ganz klar Norwegens Staatsfonds – wegen seiner konsequenten Anlagestrategie. Der Fonds investiert weltweit, denkt langfristig und lässt sich nicht von kurzfristigen Börsenschwankungen aus der Ruhe bringen. Auch Singapurs Staatsfonds GIC zeigt, wie professionelles und unabhängiges Investieren funktionieren kann. Letztlich ist aber nicht der Fonds selbst der entscheidende Erfolgsfaktor, sondern die Disziplin, mit der die Strategie über viele Jahre hinweg umgesetzt wird. 

Nicolas Pilz: Die erfolgreichsten Staatsfonds verfolgen eigentlich einen recht unspektakulären Ansatz. Sie investieren global, setzen langfristig auf Aktien, halten die Kosten niedrig und bleiben ihrer Strategie treu. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist dabei der lange Anlagehorizont. Wer in Jahrzehnten statt in Quartalen denkt, verschafft sich an den Kapitalmärkten einen enormen Vorteil.

Nicolas Pilz: Die wichtigste Lehre lautet: Vermögen entsteht nicht durch ständiges Umschichten, sondern durch Geduld und Disziplin. Genau davon können auch Privatanleger profitieren. Natürlich gibt es Unterschiede. Ein Staatsfonds muss keine neue Heizung finanzieren oder Eigenkapital für einen Immobilienkauf bereithalten. Deshalb benötigen private Anleger immer eine ausreichende Liquiditätsreserve und sollten ihre persönlichen Risiken und Ziele im Blick behalten. 

Nicolas Pilz: Nach einem klaren Plan zu investieren und sich nicht von Emotionen leiten zu lassen. Der größte Fehler ist es, in guten Börsenphasen zu gierig zu werden und in Krisenzeiten panisch zu verkaufen. Erfolgreiche Staatsfonds vermeiden genau diese Verhaltensmuster seit Jahrzehnten konsequent

Die Anlage in Wertpapieren ist auch immer mit Risiken verbunden. Anleger sollten sich vor Abschluss einer Investition über die einschlägigen Risiken informieren. Nähere Informationen zu möglichen Risiken finden Sie unter: https://www.v-check.de/risikohinweise

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