Zerrissene Herzen, leere Konten – Wie Scheidungen Vermögen und Nerven ruinieren

Zerrissene Herzen, leere Konten – Wie Scheidungen Vermögen und Nerven ruinieren


Scheidungen sind mehr als emotionale Zerreißproben. Sie können finanziell stark ins Gewicht fallen. Die Aufteilung illiquider Vermögenswerte, Unterhaltsverpflichtungen und überraschenden Verhaltensänderungen treffen die Paare oft unvorbereitet.

Etwa ein Drittel aller Ehen werden in Deutschland geschieden. Für die beteiligten Partner ein Thema, das nicht nur emotional herausfordernd ist. Die finanziellen Auswirkungen einer Scheidung sind oft komplex und emotional geladen, insbesondere wenn es um illiquide Vermögenswerte wie Immobilien oder Unternehmensanteile geht.

Warum illiquide Werte zur Zerreißprobe werden

„Die größten Probleme treten bei Vermögen mit einem hohen Anteil an illiquiden Vermögenswerten auf. Darunter fallen Immobilien, Beteiligungen und fast alle Sammlerobjekte“, weiß Samir Zakaria von der Vermögensverwaltung Hansen & Heinrich aus Frankfurt am Main. Sie stellen große Probleme dar, wenn es darum geht, diese bei einer Scheidung zu bewerten und gerecht zu teilen.

Ein zentrales Problem ist das gemeinsame Eigenheim. „Die Aufteilung erfordert oft den Verkauf der Immobilie oder die Auszahlung eines Partners, wofür der verbleibende Partner erhebliche liquide Mittel oder eine neue Finanzierung benötigt“, warnt Zakaria. Wenn die Firma der wertvollste Vermögensgegenstand und nicht liquidierbar ist, wird es besonders problematisch. „Die Bewertung von Unternehmensvermögen für den Zugewinnausgleich ist kompliziert und die Auszahlung kann die Liquidität des Unternehmens gefährden“, so der Experte weiter.

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Riklef von Schüssler vom Bad Homburger Multi-Family-Office Allington Investors beschreibt einen Fall, in dem ein Unternehmerehepaar mit einem Zugewinnausgleichsanspruch von etwa 15 Millionen Euro konfrontiert war. Der Ehemann konnte diese Summe nicht aufbringen und eine Fremdfinanzierung war keine Option. „Das Paar hat sich auf einen Kompromiss verständigt, aber ehrlich gesagt hatten der Ehemann und die Firma Glück, dass die Ehefrau nicht auf ihren Anspruch bestanden hat“, erzählt er.

Unterhalt, Steuern, Scheidungskosten: Die versteckten finanziellen Risiken

Ein weiterer Aspekt, der die Betroffenen oft überrascht, sind die Unterhaltszahlungen. Das Einkommen, das zuvor einen Haushalt versorgte, muss nun zwei Haushalte finanzieren, was für beide Ex-Partner oft zu einer finanziellen Einbuße führt. „Der nacheheliche Unterhalt kann sich über Jahrzehnte ziehen. Der Versorgungsempfänger empfindet oft eine unangenehme Abhängigkeit, während sich der Versorgungsgeber jeden Monat ärgert“, bestätigt von Schüssler.

Hinzu kommt der Wegfall steuerlicher Vorteile wie das Ehegattensplitting und die Kosten des Scheidungsverfahrens. Besonders bei hohen Vermögenswerten können Anwalts- und Gerichtskosten schnell ebenfalls sehr hoch werden.

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Die Referenten:

Johanna Beermann ist Rechtsanwältin im Team Private Clients bei Taylor Wessing. Samir Zakaria ist Vermögensverwalter und Standortleiter Frankfurt am Main der Hansen & Heinrich AG.

Emotionale Eskalation trifft auf finanzielle Interessen

Überraschend für viele Betroffene ist, dass die emotionalen Verletzungen, die mit einer Scheidung einhergehen, oft zu massiven Verhaltensänderungen des Partners führen. „Der lange als zuverlässig und gutmütig wahrgenommene Partner oder die Partnerin wird plötzlich zum Gegner. Sätze wie: ‘Ich werde ihn/sie vernichten’ kommen nicht selten vor“, berichtet von Schüssler. Wenn Emotionen und finanzielle Interessen aufeinander prallen, sind langwierige und kostspielige Rechtsstreitigkeiten meist die Folge. Letztlich profitieren dann vor allem Anwälte von diesem Rosenkrieg. Die Vermögensverwalter raten daher, sich frühzeitig mit den möglichen finanziellen Folgen auseinanderzusetzen, um besser vorbereitet in eine solche Situation zu gehen.

Einvernehmliche Lösungen statt Rosenkrieg

Doch Zakaria macht auch Hoffnung: „Es gibt gar nicht so selten im Ergebnis einvernehmliche Scheidungen, bei denen Ehepaare Lösungen finden, mit denen irgendwie beide leben können.“ Es gebe auch Fälle, in denen Paare nach einer genauen Berechnung feststellen, dass sich eine Scheidung finanziell nicht lohnt. „Ja, das passiert oft“, bestätigt von Schüssler.

Manchmal mit überraschendem Ausgang, wie Zakaria erzählt: „Ein Ehepaar befand sich in einem Scheidungsverfahren, das geprägt war von heftigen Vermögensstreitigkeiten und großen Emotionen. Auf beiden Seiten kämpften spezialisierte Anwälte um eine Scheidungsfolgenvereinbarung. Auf dem Höhepunkt der Streitigkeiten war es eine ziemliche Überraschung, als ich das Ehepaar zufällig in einem Restaurant traf, das händchenhaltend von einer Versöhnung erzählte, von der die Anwaltskanzleien auf beiden Seiten allerdings noch nichts wussten.“

Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.

Die Anlage in Wertpapieren ist auch immer mit Risiken verbunden. Anleger sollten sich vor Abschluss einer Investition über die einschlägigen Risiken informieren. Nähere Informationen zu möglichen Risiken finden Sie unter: https://www.v-check.de/risikohinweise

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