Was Anleger aus 2025 lernen können - Vier Erkenntnisse für 2026
Aus vielen Gesprächen und Beobachtungen lassen sich vier Erkenntnisse ableiten, die Anleger für 2026 im Blick behalten sollten.
Erste Lektion: Volatilität ist kein Risiko – sondern der Preis für Rendite
Marktschwankungen gehören zum Aktienmarkt dazu. Viele Anleger haben 2025 schmerzhaft erlebt, dass ruhige Phasen an den Börsen eher die Ausnahme als die Regel sind. Volatilität ist dabei nicht das eigentliche Risiko, sondern die Voraussetzung für langfristige Erträge.
Gerade regelmäßig investierende Anleger konnten dies beobachten: Sparpläne auf breit gestreute Aktienanlagen ermöglichen es, Kursschwankungen systematisch zu nutzen. In schwächeren Marktphasen werden mehr Anteile erworben, in stärkeren entsprechend weniger. Über die Zeit kann so ein günstigerer durchschnittlicher Einstiegspreis entstehen – ohne ständig Entscheidungen treffen zu müssen.
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Börsenausblick 2026: Wie unsicher wird das Jahr für Aktien, Anleihen, Gold und den US-Dollar?
Die Weltwirtschaft steht vor einem Jahr voller Unsicherheiten. Geopolitische Konflikte, protektionistische Tendenzen, Inflation und strukturelle Schwächen in Europa prägen den Ausblick auf 2026. Gleichzeitig sorgen Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und die Energiewende für neue Impulse an den Märkten.
Fragen dazu von Börsenmoderator Andreas Franik an Prof. Dr. Hartwig Webersinke, Leiter des Instituts für Vermögensverwaltung an der Technischen Hochschule Aschaffenburg, im Interview.
Zweite Lektion: Der perfekte Einstiegszeitpunkt bleibt eine Illusion
2025 bot zahlreiche Situationen, in denen Anleger glaubten, „noch etwas abwarten“ zu müssen. Rücksetzer wurden nicht genutzt, Erholungen kamen schneller als erwartet. In vielen Depots führte das dazu, dass Kapital lange uninvestiert blieb – und Chancen verpasst wurden.
Die Erfahrung zeigt immer wieder: Nicht das Markttiming entscheidet über den Anlageerfolg, sondern die Zeit im Markt. Wer investiert bleibt, erhöht die Wahrscheinlichkeit, an positiven Marktphasen teilzuhaben – unabhängig davon, ob der Einstiegspunkt im Rückblick perfekt war.
Dritte Lektion: Themeninvestments brauchen Substanz
Auch 2025 standen Themen wie Künstliche Intelligenz im Fokus vieler Anleger. In der Praxis zeigte sich jedoch schnell, dass nicht jedes Unternehmen mit einem Trendlabel automatisch überzeugt. Gut entwickelten sich vor allem Unternehmen, die neue Technologien bereits erfolgreich in bestehende Geschäftsmodelle integriert hatten und deren Wachstum von realen Umsätzen getragen wurde.
Zurückhaltender reagierten die Märkte dort, wo Bewertungen fast ausschließlich auf Zukunftserwartungen beruhten. Der Trend allein erwies sich damit nicht als Garant für Anlageerfolg – entscheidend blieb die wirtschaftliche Substanz.
Vierte Lektion: Diversifikation und Disziplin sind entscheidend
Das Börsenjahr 2025 hat deutlich gemacht, dass auch breit aufgestellte Depots zwischenzeitliche Verluste nicht vermeiden können. Gleichzeitig zeigte sich aber, wie hilfreich eine ausgewogene Mischung aus unterschiedlichen Anlageklassen sein kann, um Schwankungen besser auszuhalten.
Vor allem reduzierte Diversifikation das Risiko emotionaler Fehlentscheidungen. Angst in schwachen Marktphasen und Euphorie nach Kursanstiegen erwiesen sich erneut als größte Renditekiller. Wer hingegen an einer klaren Strategie festhielt, blieb auch in turbulenten Phasen investiert – ein entscheidender Vorteil für den langfristigen Anlageerfolg.
Fazit: Mit klaren Prinzipien ins Anlagejahr 2026
Das Börsenjahr 2025 war kein Jahr für einfache Antworten – aber ein lehrreiches Jahr für Anleger. Regelmäßiges Investieren, breite Streuung und Disziplin helfen, auch volatile Phasen zu meistern. Das sind genau die Prinzipien, die Anleger 2026 benötigen, um Chancen zu nutzen, ohne sich von kurzfristigen Schwankungen verunsichern zu lassen.