SpaceX Börsengang: Lohnt sich der Einstieg wirklich?

SpaceX Börsengang: Lohnt sich der Einstieg wirklich?


Kaum ein Börsengang hat in den vergangenen Jahren für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie der von SpaceX. Selbst nach dem Debüt bleibt das Unternehmen ein Sonderfall am Kapitalmarkt. Die Erwartungen sind hoch, die Unsicherheit ebenfalls. Für Anleger stellt sich weniger die Frage nach dem perfekten Einstiegszeitpunkt – entscheidend ist die langfristige Entwicklung.

Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.

Der SpaceX-Börsengang sprengte den bisher gewohnten Rahmen für sogenannte Tech-IPOs. Die Bewertung lag schon zum Start auf einem Niveau, das andere Konzerne erst nach Jahrzehnten erreichten. Gleichzeitig fehlen Gewinne. Das macht den Fall für Anleger ungewöhnlich.

Faszination Zukunft 

Für Anleger bleibt der Einstieg bei SpaceX verlockend. Raumfahrt, Satelliteninternet und Künstliche Intelligenz bündeln sich in einem Konzern. Dazu kommt die Strahlkraft von Elon Musk. Für viele Anleger reicht das als Argument. Doch für einen schnellen Einstieg gibt es keinen Grund.

Nach den Erfahrungen von Stefanie Dyballa von der Nürnberger KSW-Vermögensverwaltung folgen solche Neuemissionen oft einem typischen Muster: „Massive Nachfrage und Überzeichnung vor dem Börsendebut, hohe Volatilität und starker Kursanstieg am ersten Handelstag, Gewinnmitnahmen und Ernüchterung“ in der Zeit danach.

V-CHECK Video: SpaceX Börsengang – Milliarden-Chance oder gefährliche Blase?

Noch vor dem möglichen Börsengang wird SpaceX mit rund 1,75 Billionen US-Dollar bewertet – eine Summe, die selbst erfahrene Marktbeobachter staunen lässt. Doch wie realistisch sind diese Erwartungen? Zwischen Zukunftsvisionen, Raumfahrt-Boom und KI-Fantasie stellt sich die Frage, ob Anleger vor einer einmaligen Chance oder vor erheblichen Risiken stehen.

Antworten von Börsenmoderator Andreas Franik im Gespräch mit Armin Glogger, Geschäftsführer von GLOGGER & PARTNER Vermögensverwaltung.

„Die Börse überschätzt fast immer die ersten Monate und unterschätzt fast immer die nächsten zehn Jahre“, bestätigt Nikolas Kreuz vom Invios-Institut in Hamburg. Langfristig entscheide nicht die Begeisterung der Anleger, sondern die Fähigkeit des Unternehmens, die hohen Erwartungen tatsächlich zu erfüllen.

„Bei SpaceX investieren viele Anleger nicht in ein Unternehmen – sie investieren in den Traum, Zeuge eines historischen Kapitels der Menschheit zu werden“, so Kreuz. Auch er sieht das Muster, dass auf große Erwartungen häufig Phasen der Euphorie, Enttäuschung und Neubewertung folgen.

„Das große Geld mit Apple, Nvidia und Co. verdiente man nicht am Börsengang, sondern in den Jahrzehnten danach“, weiß auch Roland Schmack vom Vermögensverwalter Meine Werte aus Münster.

Investition in einen Traum

Gerade bei SpaceX spielt diese langfristige Erzählung eine zentrale Rolle. „SpaceX ist kein klassisches Tech-Unternehmen, sondern eher Industrie auf Weltraum-Niveau“, erklärt Nicolas Pilz von der Societas Vermögensverwaltung in Düsseldorf. Das Unternehmen produziert Raketen und betreibt Satelliten- und KI-Infrastruktur. Damit hängt der Erfolg an zukünftigen Märkten, die teilweise erst entstehen.

Petra Ahrens von der Maiestas Vermögensmanagement in Köln spricht von „eine Investition in eine Zukunft, eine Vision, die weit vor uns liegt“.

Genau darin liegt das Risiko. „Mit einem Börsenwert von ca. 1,8 Billionen USD ist SpaceX auf Anhieb das sechstwertvollste Unternehmen“, sagt Ahrens. Das entspricht in etwa dem 94-Fachen des Jahresumsatzes 2025. Dabei liegt der Nettoverlust bei 4,9 Milliarden Dollar, wie dem Börsenprospekt zu entnehmen ist. Dort steht auch, dass das Satellitennetzwerk Starlink bisher das einzige Geschäftsfeld ist, das Gewinn erwirtschaftet. Nach der Fusion mit Elon Musks KI-Firma xAI im Februar 2026 gehören aber auch die KI-Suchmaschine Grok und die Plattform X zum Konzernverbund. Dort entstehen weiterhin hohe Verluste.

Grafik: SpaceX ist der Ausreißer im Billionen-Dollar-Club

Infografik: SpaceX ist der Ausreißer im Billionen-Dollar-Club | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

„Bis SpaceX so profitabel arbeitet wie Apple, Microsoft & Co., werden viele unter uns schon nicht mehr am Leben sein“, warnt Ahrens. Ein Engagement sei eine reine Spekulation auf ein neues Infrastruktur-Ökosystem. Das könne gerade am Anfang Gewinne bringen, „aber nachhaltig profitabel sieht anders aus“.

Die entscheidende Zukunftsfrage

Die zentrale Frage lautet daher, ob es SpaceX gelingt, seine strategischen Ziele umzusetzen. Gelingt der nachhaltige Ausbau von Starlink und die Verknüpfung mit KI-Infrastruktur, könnte SpaceX tatsächlich eine neue Plattformökonomie im Weltraum begründen und eine dominante Stellung in entstehenden Märkten einnehmen.

Scheitert ein Teil dieser Entwicklung oder verzögert sich deutlich, wird die hohe Bewertung schwer zu rechtfertigen sein. Genau darin liegt das Spannungsfeld für Investoren: außergewöhnliche Chancen treffen auf ein ebenso außergewöhnliches Risiko.

Abwarten könnte sich also lohnen. Schmack verweist zudem auf die bei Börsengängen üblichen Sperrfristen: „Sobald die Altaktionäre ihre Aktien verkaufen dürfen, steigt oft das Angebot am Markt – das kann den Kurs belasten.“

Zwar habe SpaceX gestaffelte Freigaben über mehrere Monate vereinbart und große Aktionäre teilweise ein Jahr lang gebunden. Dennoch kommen solche Aktien erfahrungsgemäß nach einiger Zeit auf den Markt. Der Erfolg entscheide sich nicht am ersten Handelstag – vielmehr bräuchten Anleger Geduld.

Viele Anleger sind ohnehin dabei

Ein großer Teil der Anleger muss sich ohnehin nicht aktiv für oder gegen die Aktie entscheiden. Aufgrund der hohen Marktkapitalisierung dürfte SpaceX relativ schnell in wichtige Indizes aufgenommen werden. Damit landet das Unternehmen automatisch in zahlreichen ETF– und Fondsportfolios.

Viele Investoren bauen so über breit gestreute Anlagen eine Position auf, ohne eine bewusste Einzelentscheidung zu treffen. Wer darüber hinaus investieren will, sollte bereit sein, Volatilität auszuhalten und einen langen Anlagehorizont mitbringen.

Wichtige Begriffe kurz erklärt:

Ein IPO (Initial Public Offering) ist der erstmalige Börsengang eines Unternehmens. Dabei werden erstmals Aktien an einer Börse zum Kauf angeboten. Das Hauptziel ist die Kapitalbeschaffung, um Wachstum, Expansion oder Innovationen zu finanzieren.

Überzeichnung: Ein überzeichneter IPO (Initial Public Offering) bedeutet, dass die Nachfrage nach Aktien das verfügbare Angebot während der Zeichnungsfrist übersteigt.

Plattformökonomie ist ein digitales Geschäftsmodell, bei dem Anbieter und Nachfrager über eine Plattform im Internet zusammengebracht werden. Das Plattformunternehmen stellt meist keine Waren oder Dienstleistungen her, sondern ist lediglich Vermittler. Beispiele sind etwa Uber oder Flixbus, die über keine eigenen Fahrzeuge verfügen.  

Die Anlage in Wertpapieren ist auch immer mit Risiken verbunden. Anleger sollten sich vor Abschluss einer Investition über die einschlägigen Risiken informieren. Nähere Informationen zu möglichen Risiken finden Sie unter: https://www.v-check.de/risikohinweise

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Kaum ein Börsengang hat in den vergangenen Jahren für so viel Aufmerksamkeit gesorgt wie der von SpaceX. Selbst nach dem Debüt bleibt das Unternehmen ein Sonderfall am Kapitalmarkt. Die Erwartungen sind hoch, die Unsicherheit ebenfalls. Für Anleger stellt sich weniger die Frage nach dem perfekten Einstiegszeitpunkt – entscheidend ist die langfristige Entwicklung.

SpaceX im ETF: Gefährdet der Börsengang Ihre Altersvorsorge?

Mit einer billionenschwer bewerteten Zukunftswette ist mit SpaceX das nächste Unternehmen von Elon Musk an die Börse gegangen. Die Aktie befindet sich bald in vielen Anlegerdepots – und das zum Teil ohne dass die Besitzer es vielleicht merken. Wer sein Portfolio breit aufgestellt hat, muss keine Panik haben. Gerade ETF-Anleger und ETF-Sparer sollten dagegen genau hinsehen und gegebenenfalls nachjustieren.

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