US-Dollar im Sinkflug: Alternative Währungen für Anleger 2026
Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung und Ortay Gelen von AXIA Asset Management ordnen ein: Was spricht für den Dollar, was dagegen? Welche Währungen bieten sich als Alternativen an und was sollten Anleger tun, die einen „sicheren Hafen“ suchen?
Interview mit Ortay Gelen: Warum der Dollar als sicherer Hafen wankt – und welche Währungen jetzt stabiler sind
Wachsende US-Schulden, politische Blockaden und ein zunehmend manipulierter Währungskurs lassen am Status des Dollars als sicherem Hafen zweifeln. Ortay Gelen erklärt im Interview, warum der Franken und der Singapur-Dollar strukturell stabiler sind – und weshalb echte Sicherheit heute vor allem Diversifikation bedeutet.
Ortay Gelen: Der US‑Dollar ist nach wie vor ein sicherer Hafen – aber zunehmend aus Mangel an Alternativen und weniger aus eigener Stärke. Die USA verfügen weiterhin über den tiefsten Kapitalmarkt der Welt, über hohe Liquidität und über die zentrale Leitwährungsfunktion im globalen Finanzsystem. Das sorgt in Krisen nach wie vor für Kapitalzuflüsse.
Gleichzeitig nimmt der strukturelle Vertrauensverlust zu. Die immer schneller wachsende US-Staatsverschuldung, dauerhaft hohe Haushaltsdefizite und eine politische Blockade bei fiskalischen Reformen untergraben langfristig die Glaubwürdigkeit der US-Finanzen. Für viele internationale Anleger – gerade aus dem Euroraum – zeigt sich das zunehmend in realer Dollar-Abwertung und einer höheren Volatilität.
Ortay Gelen: Wenn man Stabilität strukturell definiert – also jenseits kurzfristiger Marktbewegungen –, gibt es durchaus Alternativen, die heute ein verlässlicheres Fundament bieten:
Der Schweizer Franken ist für europäische Anleger aktuell das stabilste Währungsumfeld. Die Schweiz vereint geringe Staatsverschuldung, starke Institutionen und politische Neutralität. Die Währung ist zwar teuer, aber der Vertrauensanker bleibt unbeirrt bestehen.
Singapur kombiniert fiskalische Disziplin, verlässliche Institutionen und eine sehr bewusst auf Stabilität ausgerichtete Währungspolitik. Der Singapur-Dollar ist kein klassischer Krisenflucht-Hafen, aber ein verlässlicher Wertspeicher.
Schweden, Norwegen oder Dänemark punkten mit starken Institutionen und soliden Staatsfinanzen. Aufgrund der kleinen, offenen Volkswirtschaften sind die Währungen jedoch volatil und daher nur bedingt sichere Häfen.
Ortay Gelen: Einen Zusammenbruch des Dollars erwarte ich nicht. Aber ich rechne mit einer weiteren schleichenden Erosion seiner Sonderstellung. Die USA werden ihre Leitwährungsrolle behalten – allerdings zum Preis einer höheren Inflationstoleranz und eines tendenziell schwächeren Dollars.
Der Dollar wird politischer, volatiler und weniger geeignet als langfristiger Wertanker, insbesondere für Euro-Anleger. Das gilt verstärkt mit Blick auf die derzeitige US‑Wirtschaftspolitik unter Donald Trump, die ausdrücklich eine Abwertung des Dollars begünstigt, um die untragbar steigende Schuldenlast zu entwerten. Der Dollar bleibt wichtig – aber er ist nicht mehr alternativlos.
Wie Anleger in Währungen diversifizieren können
Da weder Dollar noch Franken oder Singapur-Dollar allein alle Kriterien eines sicheren Hafens dauerhaft erfüllen, sollten Anleger ihre Währungsreserve breit streuen. Hier sind fünf Schritte zum Währungsportfolio:
1. Passenden Währungen auswählen
- US-Dollar, USD: bleibt Weltleitwährung, hohe Liquidität und globale Akzeptanz – aber politischer Einfluss und steigende Verschuldung.
- Schweizer Franken, CHF: ist stabil durch die politische Neutralität und die geringe Staatsverschuldung – verlässlich, aber teuer.
- Singapur Dollar, SGD: glänzt durch eine disziplinierte Fiskal- und Währungspolitik – kein klassischer Krisenfluchthafen, aber wertstabil
- Gold: inflationsresistenter Sachwert, als währungsunabhängiger Wertspeicher sinnvoll
2. Die richtige Mischung festlegen
Entscheidend ist der Anlagehorizont und die Risikotoleranz des Anlegers. Beispiel für eine defensive Diversifikation: 40 % USD, 30 % CHF, 20 % SGD, 10 % Gold
3. Geeignete Anlageinstrumente nutzen
Direktanlagen
- Fremdwährungskonten bei Banken
- Festgeld/Termingelder in CHF oder SGD
- Bargeldreserve in stabilen Währungen
Geldmarkt-ETFs und kurzlaufende Fonds
- Geeignet für CHF, SGD oder USD als Liquiditätsbaustein.
Anleihen
- Schweizer Staatsanleihen
- Singapur‑Government‑Bonds
- Stabile Unternehmensanleihen in CHF/SGD
Gold
- Physisches Gold in Form von Münzen oder Barren
- Xetra‑Gold / ETCs als liquide Variante
4. Regelmäßig überprüfen
Da politische Entwicklungen zunehmend Einfluss auf Währungsbewertungen haben – insbesondere beim Dollar – sollten Anleger ihre Gewichtung regelmäßig anpassen.
5. Häufige Fehler vermeiden
- Nur auf eine „Lieblingswährung“ setzen. B. alles in Dollar oder alles in Franken – beide sind nicht risikofrei.
- Volatile Rohstoffwährungen wie NOK oder SEK als sicheren Hafen missverstehen. Sie sind aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Energiesektor risikoreicher.
- Keine klare Trennung von Sicherheit und Rendite. Sichere Häfen sollen stabilisieren, nicht den Wert des Portfolios treiben.
V-CHECK Webinar: Schweizer Aktien: Der Dividenden-Geheimtipp für deutsche Anleger?
Schweizer Aktien stehen für Qualität, Stabilität und verlässliche Dividenden. Doch wie passen sie in ein deutsches Depot? Welche Rolle spielen Dividenden und der Schweizer Franken bei der Rendite und für wen eignen sich Dividendenstrategien?
Diese und weitere Fragen beantworten Martin Krause, Vermögensverwalter bei Lakefield Partners AG, mit Sitz in der Schweiz und Dr. Rolf Müller, Geschäftsführer der fintegra GmbH.
Mehr Blogbeiträge zum Thema Markt & Börse finden Sie hier!
Der US-Dollar wankt – doch einen neuen, eindeutigen sicheren Hafen gibt es nicht. Steigende US‑Staatsverschuldung, politischer Druck auf die Notenbank sowie die Abwertung des Dollars gegenüber wichtigen G10-Währungen haben 2025 das Vertrauen internationaler Anleger in den US-Dollar erschüttert. Parallel wächst das Interesse an Alternativen wie dem Schweizer Franken, dem Singapur‑Dollar oder Gold. Doch wie stabil sind diese Alternativen wirklich? Und bleibt der Dollar trotz aller Risiken langfristig unverzichtbar?
Lesen Sie im V-CHECK Ideendienst März 2026: Wie Sie Ihr Vermögen trotz Inflation schützen, weshalb Infrastrukturfonds der stille Renditebringer sind – und welche Risiken mit dem Lombardkredit verbunden sind.
Im vergangenen Jahr verlor der US-Dollar gegenüber dem Euro deutlich an Wert. Das belastete Anlagen in US-Vermögenswerten und damit auch die Wertentwicklung des MSCI World Index in Euro. Wie können Anleger Währungsrisiken absichern? Und lohnt sich das?