US-Dollar im Sinkflug: Alternative Währungen für Anleger 2026

US-Dollar im Sinkflug: Alternative Währungen für Anleger 2026


Der US-Dollar wankt – doch einen neuen, eindeutigen sicheren Hafen gibt es nicht. Steigende US‑Staatsverschuldung, politischer Druck auf die Notenbank sowie die Abwertung des Dollars gegenüber wichtigen G10-Währungen haben 2025 das Vertrauen internationaler Anleger in den US-Dollar erschüttert. Parallel wächst das Interesse an Alternativen wie dem Schweizer Franken, dem Singapur‑Dollar oder Gold. Doch wie stabil sind diese Alternativen wirklich? Und bleibt der Dollar trotz aller Risiken langfristig unverzichtbar?

Hinweis: Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.

Stefanie Dyballa von der KSW Vermögensverwaltung und Ortay Gelen von AXIA Asset Management ordnen ein: Was spricht für den Dollar, was dagegen? Welche Währungen bieten sich als Alternativen an und was sollten Anleger tun, die einen „sicheren Hafen“ suchen?

US-Dollar: Vom sicheren Hafen zum Risiko

Von Stefanie Dyballa, KSW Vermögensverwaltung AG, Nürnberg

 

Der US-Dollar verliert seinen traditionellen Status als sicherer Hafen. Internationale Anleger wenden sich zunehmend ab und suchen Alternativen in Gold und anderen Währungen. Welche Länder und Anlageformen bieten heute Sicherheit und Stabilität?

Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass der US-Dollar zunehmend seinen Status als sicherer Hafen verliert. Geopolitische Risiken und ein im Vergleich zum Euro höherer Anlagezins hätten den Dollar eigentlich stärken müssen. Doch tatsächlich schwächte sich der Dollar 2025 gegenüber den meisten G10-Währungen deutlich ab. Zunehmend kehrten internationale Anleger dem US-Dollar den Rücken und investierten vermehrt in Gold und in andere Währungen wie den Schweizer Franken.

Ein Grund für den Vertrauensverlust ist der politische Druck auf die US-Notenbank durch Donald Trump, der trotz anhaltender Inflation eine Senkung der Leitzinsen fordert. Diese politische Einflussnahme könnte sich mit der Neubesetzung an der Spitze der Notenbank und weiteren Veränderungen im FED-Gremium noch verstärken. Zudem haben US-Staatsanleihen ihre Top-Bonität verloren. Große Ratingagenturen wie Moody’s, Fitch und S&P bewerten die Kreditwürdigkeit der USA nun mit AA+ und nicht mehr mit der Bestnote AAA.

Der Vertrauensverlust zeigt, dass es den einen sicheren Hafen nicht mehr gibt. Ein solcher muss vertrauenswürdig und krisenresistent sein. Er soll vor Inflation schützen und langfristig Kaufkraft erhalten. Liquidität und globale Akzeptanz sind wichtig, um in Stressphasen leicht verkaufen zu können.

So kann der Schweizer Franken immer noch als sicherer Hafen gelten. Allerdings ist der Franken bereits jetzt sehr teuer und das Aufwertungspotential begrenzt. Singapur bietet hohe Stabilität und ist ein starker unabhängiger Finanzplatz in Asien. Jedoch ist das Zinsniveau auch hier niedrig. Kanada versucht sich zunehmend von den USA zu emanzipieren, ist politisch stabil und ressourcenreich. Dennoch besteht eine hohe Abhängigkeit zu den USA und damit nur eine begrenzte Eignung als sicherer Hafen. Die nordischen Länder sind politisch stabil, jedoch wirtschaftlich anfällig durch ihre Abhängigkeit vom Energiesektor und die geografische Nähe zu Russland. Sie sind daher zwar zur Diversifikation, nicht aber als sicherer Hafen geeignet.

So bleibt der Dollar trotz einer schleichenden Ent-Dollarisierung Weltleit- und Reservewährung. Eine vollständige Ablösung ist kurzfristig unwahrscheinlich, da es keine gleichwertigen Alternativen gibt. Gleichzeitig verhindern die robuste US-Konjunktur und vergleichsweise hohe Wachstumsraten der US-Unternehmen eine massive Abwertung der US-Währung.

Letztlich bietet die breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Währungen die größtmögliche Sicherheit.

Interview mit Ortay Gelen: Warum der Dollar als sicherer Hafen wankt – und welche Währungen jetzt stabiler sind

Wachsende US-Schulden, politische Blockaden und ein zunehmend manipulierter Währungskurs lassen am Status des Dollars als sicherem Hafen zweifeln. Ortay Gelen erklärt im Interview, warum der Franken und der Singapur-Dollar strukturell stabiler sind – und weshalb echte Sicherheit heute vor allem Diversifikation bedeutet.

Ortay Gelen

„Der Dollar bleibt wichtig – aber nicht mehr alternativlos“

Ortay Gelen: Der US‑Dollar ist nach wie vor ein sicherer Hafen – aber zunehmend aus Mangel an Alternativen und weniger aus eigener Stärke. Die USA verfügen weiterhin über den tiefsten Kapitalmarkt der Welt, über hohe Liquidität und über die zentrale Leitwährungsfunktion im globalen Finanzsystem. Das sorgt in Krisen nach wie vor für Kapitalzuflüsse.

Gleichzeitig nimmt der strukturelle Vertrauensverlust zu. Die immer schneller wachsende US-Staatsverschuldung, dauerhaft hohe Haushaltsdefizite und eine politische Blockade bei fiskalischen Reformen untergraben langfristig die Glaubwürdigkeit der US-Finanzen. Für viele internationale Anleger – gerade aus dem Euroraum – zeigt sich das zunehmend in realer Dollar-Abwertung und einer höheren Volatilität.

Ortay Gelen: Wenn man Stabilität strukturell definiert – also jenseits kurzfristiger Marktbewegungen –, gibt es durchaus Alternativen, die heute ein verlässlicheres Fundament bieten:

Der Schweizer Franken ist für europäische Anleger aktuell das stabilste Währungsumfeld. Die Schweiz vereint geringe Staatsverschuldung, starke Institutionen und politische Neutralität. Die Währung ist zwar teuer, aber der Vertrauensanker bleibt unbeirrt bestehen.

Singapur kombiniert fiskalische Disziplin, verlässliche Institutionen und eine sehr bewusst auf Stabilität ausgerichtete Währungspolitik. Der Singapur-Dollar ist kein klassischer Krisenflucht-Hafen, aber ein verlässlicher Wertspeicher.

Schweden, Norwegen oder Dänemark punkten mit starken Institutionen und soliden Staatsfinanzen. Aufgrund der kleinen, offenen Volkswirtschaften sind die Währungen jedoch volatil und daher nur bedingt sichere Häfen.

Ortay Gelen: Einen Zusammenbruch des Dollars erwarte ich nicht. Aber ich rechne mit einer weiteren schleichenden Erosion seiner Sonderstellung. Die USA werden ihre Leitwährungsrolle behalten – allerdings zum Preis einer höheren Inflationstoleranz und eines tendenziell schwächeren Dollars.

Der Dollar wird politischer, volatiler und weniger geeignet als langfristiger Wertanker, insbesondere für Euro-Anleger. Das gilt verstärkt mit Blick auf die derzeitige US‑Wirtschaftspolitik unter Donald Trump, die ausdrücklich eine Abwertung des Dollars begünstigt, um die untragbar steigende Schuldenlast zu entwerten. Der Dollar bleibt wichtig – aber er ist nicht mehr alternativlos.

Wie Anleger in Währungen diversifizieren können

Da weder Dollar noch Franken oder Singapur-Dollar allein alle Kriterien eines sicheren Hafens dauerhaft erfüllen, sollten Anleger ihre Währungsreserve breit streuen. Hier sind fünf Schritte zum Währungsportfolio:

  • US-Dollar, USD: bleibt Weltleitwährung, hohe Liquidität und globale Akzeptanz – aber politischer Einfluss und steigende Verschuldung.
  • Schweizer Franken, CHF: ist stabil durch die politische Neutralität und die geringe Staatsverschuldung – verlässlich, aber teuer.
  • Singapur Dollar, SGD: glänzt durch eine disziplinierte Fiskal- und Währungspolitik – kein klassischer Krisenfluchthafen, aber wertstabil
  • Gold: inflationsresistenter Sachwert, als währungsunabhängiger Wertspeicher sinnvoll

Entscheidend ist der Anlagehorizont und die Risikotoleranz des Anlegers. Beispiel für eine defensive Diversifikation: 40 % USD, 30 % CHF, 20 % SGD, 10 % Gold

Direktanlagen

  • Fremdwährungskonten bei Banken
  • Festgeld/Termingelder in CHF oder SGD
  • Bargeldreserve in stabilen Währungen

Geldmarkt-ETFs und kurzlaufende Fonds

  • Geeignet für CHF, SGD oder USD als Liquiditätsbaustein.

Anleihen

  • Schweizer Staatsanleihen
  • Singapur‑Government‑Bonds
  • Stabile Unternehmensanleihen in CHF/SGD

Gold

  • Physisches Gold in Form von Münzen oder Barren
  • Xetra‑Gold / ETCs als liquide Variante

Da politische Entwicklungen zunehmend Einfluss auf Währungsbewertungen haben – insbesondere beim Dollar – sollten Anleger ihre Gewichtung regelmäßig anpassen.

  • Nur auf eine „Lieblingswährung“ setzen.  B. alles in Dollar oder alles in Franken – beide sind nicht risikofrei.
  • Volatile Rohstoffwährungen wie NOK oder SEK als sicheren Hafen missverstehen. Sie sind aufgrund ihrer Abhängigkeit vom Energiesektor risikoreicher.
  • Keine klare Trennung von Sicherheit und Rendite. Sichere Häfen sollen stabilisieren, nicht den Wert des Portfolios treiben.

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Diese und weitere Fragen beantworten Martin Krause, Vermögensverwalter bei Lakefield Partners AG, mit Sitz in der Schweiz und Dr. Rolf Müller, Geschäftsführer der fintegra GmbH.

Die Anlage in Wertpapieren ist auch immer mit Risiken verbunden. Anleger sollten sich vor Abschluss einer Investition über die einschlägigen Risiken informieren. Nähere Informationen zu möglichen Risiken finden Sie unter: https://www.v-check.de/risikohinweise

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