Wie finde ich die richtigen Aktien für Krisenzeiten?

Wie finde ich die richtigen Aktien für Krisenzeiten?


Wenn die Märkte schwanken, politische Konflikte eskalieren oder Energiepreise durch die Decke gehen, stellt sich für viele Anleger dieselbe Frage: Welche Aktien halten auch in Krisenzeiten stand und wie findet man sie rechtzeitig?

Hinweis: Dieser Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.

Die richtige Aktienwahl in Krisenzeiten hängt maßgeblich von der Resilienz der Unternehmen ab. Widerstandsfähige Unternehmen werden von Investoren in der Regel mit einer geringeren Risikoprämie bewertet, was ihren fairen Wert stützt, also den aus Fundamentaldaten abgeleiteten Unternehmenswert. Resilienz zeigt sich in der Praxis durch die Fähigkeit von Unternehmen, makroökonomische Schocks abzufedern, ohne ihre strategische Handlungsfähigkeit einzubüßen. In Krisenzeiten agieren resiliente Unternehmen aus einer Position der Stärke. Während schwächere Konkurrenten ums Überleben kämpfen, investieren widerstandsfähige Unternehmen antizyklisch, gewinnen Marktanteile oder übernehmen günstiger bewertete Wettbewerber. Resilienz ist somit ein entscheidender Vorteil in turbulenten Zeiten.

Wichtige Kennzahlen

Um die finanzielle Widerstandsfähigkeit von Unternehmen zu erkennen, sollten Investoren auf bestimmte Kennzahlen achten: Bilanzqualität, Ertragskraft und Kapitalallokation spielen eine zentrale Rolle.

Die wichtigsten Begriffe kurz erklärt

Bilanzqualität

Die Bilanzqualität zeigt, ob ein Unternehmen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stabil bleibt. Je besser sie ist, desto robuster ist das Unternehmen gegenüber Krisen, Zinsanstiegen oder Konjunkturschwächen.

Merkmale einer hohen Bilanzqualität sind: ein hoher Eigenkapitalanteil, der die Abhängigkeit von Fremdkapital verringert, eine überschaubare Verschuldung, ausreichend Liquidität, um laufende Verpflichtungen zu erfüllen und werthaltige Vermögenswerte.


Ertragskraft

Die Ertragskraft beschreibt, wie nachhaltig und zuverlässig ein Unternehmen Gewinne erwirtschaftet. Sie ist Voraussetzung für Dividenden, Investitionen und langfristiges Wachstum.


Kapitalallokation

Kapitalallokation beschreibt, wie das Management das zur Verfügung stehende Kapital einsetzt, um den Unternehmenswert langfristig zu steigern oder Kapital verschwendet. Wert schafft das Management unter anderem durch Investitionen in neue Werke, Produkte oder Märkte, wenn sie das Wachstum sichern, Unternehmenszukäufe, Aktienrückkäufe oder Schuldenabbau. Eine gute Kapitalallokation liegt vor, wenn das Management Renditen oberhalb der Kapitalkosten erzielt.

Der Zinsdeckungsgrad – das Verhältnis von operativem Gewinn (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit, EBIT) zu Zinsaufwand (Kosten für Fremdkapital) – und der Nettoverschuldungsgrad, der zeigt, wie lange ein Unternehmen braucht, um seine Nettoschulden (Finanzverbindlichkeiten – liquide Mittel) aus dem operativen Gewinn abzuzahlen, sind entscheidend. Eine hohe Free-Cashflow-Marge zeigt, dass nach Investitionen genügend Mittel bleiben, um Krisen zu überstehen oder Dividenden auszuzahlen. Ein hoher Return on Invested Capital (Rendite auf das eingesetzte Kapital) im Vergleich zu den Kapitalkosten (Renditeanforderungen der Investoren) ist ein Beweis für die Stärke und Preissetzungsmacht eines Unternehmens.

V-CHECK Video: Iran Krieg trifft die Weltwirtschaft – So schützen Sie Ihr Vermögen

Die Börsen beben, während sich die geopolitische Lage zuspitzt und der Iran-Krieg die Märkte zunehmend unter Druck setzt. Nach einer zunächst moderaten Reaktion geraten die Kurse jetzt spürbar ins Rutschen, während ein Ölpreis von über 100 Dollar neue Inflationssorgen entfacht und die Unsicherheit an den Märkten weiter zunimmt.

Antworten von Börsenmoderator Andreas Franik im Gespräch mit Andreas Glogger, Geschäftsführer von GLOGGER & PARTNER Vermögensverwaltung.

Resiliente Unternehmen

Beispiele für besonders widerstandsfähige Unternehmen sind Microsoft, Linde und LVMH. Weltweit nutzen Unternehmen Office 365, Windows oder den Clouddienst Azure – oft vertraglich langfristig gebunden. Microsoft (ISIN US5949181045) profitiert von diesem hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen durch Abo-Modelle und hohen Wechselkosten für Geschäftskunden. Für viele Unternehmen ist ein Verzicht auf diese Systeme selbst in Krisenzeiten kaum möglich. Linde (ISIN IE000S9YS762) schließt mit seinen Industriekunden oft jahrzehntelange „Take-or-Pay“-Verträge ab. Wenn die Energiepreise steigen, werden diese vertraglich automatisch an den Kunden weitergereicht. Das macht das Geschäftsmodell vergleichsweise widerstandsfähig gegen externe Schocks.

LVMH (ISIN FR0000121014) bietet Luxusgüter etwa von Marken wie Louis Vuitton oder Dior. Dieser Ultra-Luxus ist weniger konjunktursensibel. Die Zielgruppe passt ihr Kaufverhalten auch bei steigenden Zinsen oder Inflation nur wenig an. Das verleiht dem Unternehmen eine starke Preissetzungsmacht.

Lesen Sie unser kostenloses eBook Anlagechancen 2026 – jetzt herunterladen!

Wie Anleger auf Resilienz setzen können

Anleger können gezielt auf diese Resilienz setzen, auch wenn das Wort selten direkt in Fondsnamen auftaucht. Quality-Fonds und sogenannte Moat-Konzepte (Unternehmen mit einem wirtschaftlichen Burggraben) filtern gezielt Unternehmen mit hoher Eigenkapitalrendite und strukturellen Wettbewerbsvorteilen.

So investiert etwa der iShares Edge MSCI World Quality Factor ETF (ISIN IE00BP3QZ601) nur in Aktien, die sich durch eine hohe Eigenkapitalrendite, stabiles Gewinnwachstum und geringe Verschuldung auszeichnen. Der VanEck Morningstar Wide Moat ETF (ISIN IE00BL0BMZ89) sucht gezielt Unternehmen, denen Analysten einen breiten ökonomischen Burggraben attestieren – also strukturelle Wettbewerbsvorteile, die die Margen auf Jahrzehnte schützen.

Minimum Volatility ETFs wie der Xtrackers MSCI World Minimum Volatility (ISIN IE00BL25JN58) bieten eine stabilere Wertentwicklung durch die Auswahl von Aktien mit geringen Kursschwankungen. Dividenden-Aristokraten-ETFs wie der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats (ISIN IE00B9CQXS71) investieren in Unternehmen, die ihre Dividende über viele Jahre hinweg steigern konnten, was häufig als Hinweis darauf gewertet wird, dass sie Krisen erfolgreich gemeistert haben.

Diese Anlagekonzepte bieten eine Möglichkeit, in widerstandsfähige Unternehmen zu investieren und in Krisenzeiten die richtigen Aktien zu wählen.

Die fünf wichtigsten Kennzahlen für echte Resilienz

Resilienz lässt sich messen – und zwar anhand harter Finanzzahlen. Anleger sollten besonders auf folgende Signale achten:

1. Zinsdeckungsgrad (> 5x)

Das Verhältnis von operativem Gewinn (EBIT) zum Zinsaufwand. Ein Wert von > 5x zeigt, ob das Unternehmen steigende Zinsen schultern kann, ohne in Stress zu geraten.

2. Nettoverschuldungsgrad (Net Debt / EBITDA < 2,0)

Zeigt an, in wie vielen Jahren ein Unternehmen seine Nettoschulden aus dem operativen Gewinn abbezahlen könnte. Je niedriger der Wert, desto größer die finanzielle Beweglichkeit.

3. Free-Cashflow-Marge (> 15 % als starker Richtwert)

Eine hohe FCF-Marge bedeutet: Das Unternehmen kann aus eigener Kraft investieren und trotzdem Dividenden zahlen und so Krisen überstehen.

4. Return on Invested Capital > Kapitalkosten

Ein ROIC, der über Jahre hinweg deutlich über den durchschnittlichen Kapitalkosten liegt, ist der beste Beweis für ein belastbares Geschäftsmodell mit einem ökonomischen Burggraben und starker Preissetzungsmacht.

5. Stabile Bruttomargen über 10 Jahre

Wenn die Bruttomarge über zehn Jahre kaum schwankt, kann ein Unternehmen steigende Einkaufspreise einfach an Kunden weitergeben und ist so resilient gegenüber der Inflation.

Die Anlage in Wertpapieren ist auch immer mit Risiken verbunden. Anleger sollten sich vor Abschluss einer Investition über die einschlägigen Risiken informieren. Nähere Informationen zu möglichen Risiken finden Sie unter: https://www.v-check.de/risikohinweise

Der Inhalt dieser Website dient ausschließlich der allgemeinen Information und kann ein persönliches Beratungsgespräch nicht ersetzen. Die Veröffentlichungen stellen keine Anlageberatung und daher keine Empfehlung oder Angebot zum Kauf oder Verkauf bestimmter Finanzinstrumente dar.

Mehr Blogbeiträge zum Thema Aktien finden Sie hier!

Wie finde ich die richtigen Aktien für Krisenzeiten?

Wenn die Märkte schwanken, politische Konflikte eskalieren oder Energiepreise durch die Decke gehen, stellt sich für viele Anleger dieselbe Frage: Welche Aktien halten auch in Krisenzeiten stand und wie findet man sie rechtzeitig?

Trotz Krise jetzt noch investieren? Auf jeden Fall!

Geld anlegen, obwohl die Zeiten alles andere als einfach sind? Experten haben dazu eine klare Meinung: Das macht Sinn, aber es braucht eine gute langfristige Strategie. Dann kann sogar die derzeitige Verunsicherung unter dem Strich ein günstiges Umfeld für einen Einstieg an der Börse sein. Ewig auf den perfekten Kaufzeitpunkt zu warten, ist dagegen keine gute Idee.

Dividenden 2026: Warum Versicherer die neuen Stabilitätsanker im DAX sind

Im Jahr 2026 zeigt sich der DAX aus Dividenden-Sicht in einem neuen Licht. Versicherungen und Industrie dominieren den Dividendenmarkt, während die Automobilindustrie an Boden verliert. Für Anleger wird die Stabilität von Dividendenzahlern damit zunehmend wichtiger. Ein Blick auf die Entwicklung und die besten Ausschütter in Deutschland und Europa.

Sie suchen nach unabhängigem Finanzwissen, das sich auszahlt?

Jetzt kostenfrei zum V-CHECK Newsletter anmelden