
Immobilienmarkt im Wandel - Wenn Käufer zögern und Verkäufer hoffen
Dieser Text wurde durch den freien Journalisten Alexander Heintze mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.
Der Immobilienmarkt in Deutschland ist in Bewegung. „Die Party des billigen Geldes ist vorbei”, bemerkt Carsten Riehemann, Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Albrecht, Kitta & Co. aus Hamburg. Das hat weitreichende Auswirkungen auf den Immobilienverkauf.
Verkäufer sehen sich mit neuen Bedingungen konfrontiert. „Gestiegene langfristige Zinsen, strengere Finanzierungsvorgaben der Banken und eine insgesamt verhaltene Nachfrage führen dazu, dass Verkaufsprozesse länger dauern und Kaufpreise teils nach unten korrigiert werden müssen“ beobachtet Roland Schmack von Meine Werte aus Münster. Doch viele Eigentümer, die in der Niedrigzinsphase hohe Preise erzielen konnten, zögern derzeit mit dem Verkauf oder halten an alten Preisvorstellungen fest. „Eine Trendumkehr wäre erst dann absehbar, wenn die Zinsen wieder deutlich sinken und das Vertrauen der Käufer zurückkehrt“, ist er überzeugt.
Die Zinsentwicklung ist für die Käuferseite der zentrale Punkt. Wer eine Immobilie kaufen wolle, müsse heute etwa drei Prozentpunkte mehr für eine vergleichbare Finanzierung aufbringen als vor 2021, erklärgt Ralph Kinnart von der B&K Vermögen aus Köln. Die Preise für bestehende Immobilien hätten aber nicht so weit nachgeben, um die Mehrbelastung auszugleichen. Das schränke die Finanzierungsmöglichkeiten für potenzielle Käufer erheblich ein. „Interessenten müssen inzwischen mehr Eigenkapital mitbringen, was die Nachfrage dämpft“, resümiert Kinnart.
Zudem machen die gestiegenen energetischen Anforderungen und die gesunkene Zahlungsbereitschaft der Käufer Verkäufern das Leben schwer. Die Käufer achteten verstärkt auf den energetischen Zustand eines Objektes, weiß Andreas Görler von Pruschke & Kalm. Besonders für unsanierte Bestandsimmobilien in weniger gefragten Lagen müsse man Abschläge hinnehmen. Verkäufer sollten daher in energetische Verbesserungen investieren, um ihre Immobilien auf dem Markt attraktiv zu halten.
Die gestiegene Unsicherheit auf dem Immobilienmarkt spiegelt sich auch in der Verhaltensweise mancher Käufer wider. „Interessenten ohne gesicherte Finanzierung nehmen Besichtigungstermine wahr oder sagen kurzfristig Notartermine ab, oft aufgrund geplatzter Finanzierungen“, berichtet Alessandra Trenkle von pura immo Management aus Planegg bei München. Das führe zu unnötigem Aufwand für Verkäufer und Makler.
Dennoch gibt es Lichtblicke: Gut sanierte, energieeffiziente Immobilien in attraktiven urbanen Lagen oder beliebten Speckgürteln finden weiterhin Interessenten. „Besonders gute Lagen sind immer gefragt, da spielt der Preis nicht immer den ausschlaggebenden Faktor“, weiß Kinnart.
Auch Mathias Lebtig von der GFA FP Vermögensverwaltung mit Sitz in Herbolzheim sieht weniger Probleme. „Wir haben nicht den Eindruck, dass es im Moment als Verkäufer von Immobilien schwieriger ist als vor ein paar Jahren“, so der Vermögensprofi. Das liege auch daran, dass sich Verkäufer mit niedrigeren Preisen zufrieden gäben, als noch vor einigen Jahren. Verkäufer sollten sich bewusst sein, dass der Markt keine unrealistischen Preisvorstellungen mehr dulde. „Wenn die Liegenschaften zeitgemäß eingepreist sind und die Werte für die Käuferseite finanzier- und bezahlbar sind, finden die Verkäufe weiterhin wie gewohnt statt“, ist seine Erfahrung.
Die Vermögensexperten sind sich einige, dass eine realistische Preisgestaltung entscheidend ist, um erfolgreich Immobilien zu verkaufen. „Wer heute erfolgreich verkaufen will, muss professionell auftreten, flexibel bleiben – und sich auf einen informierten, anspruchsvollen Käufermarkt einstellen“, meint Roland Schmack.
Verkäufer sollten ihren Immobilienverkauf sorgfältig planen, rät Ortay Gelen von AXIA Asset Management aus Dortmund. Der Aufwand werde oft unterschätzt. „Zwar ermöglichen digitale Plattformen einen schnellen Einstieg, doch spätestens bei der Preisfindung, der Beschaffung erforderlicher Unterlagen oder in Preisverhandlungen zeigt sich, wie hilfreich professionelle Begleitung sein kann“, ist seine Erfahrung. Hier könne ein Makler die Interessen des Verkäufers vertreten und emotional neutrale Verhandlungen führen.
Immobilien: Krise oder Kaufgelegenheit? So steht der Markt wirklich
Steigende Preise hier, Bodenbildung dort – die Schlagzeilen zum Immobilienmarkt 2025 könnten widersprüchlicher kaum sein. Doch hinter der öffentlichen Wahrnehmung offenbart sich ein klareres Bild: Hohe Baukosten, steigende Zinsen und massiv rückläufige Baugenehmigungen erschweren Investitionen spürbar. Immer mehr Anleger stellen sich daher die Frage: Wo lohnt sich der Einstieg in Immobilien noch – und wann ist es besser, auf liquide Alternativen wie Aktien zu setzen?